"Keine Kerzen anzünden", steht auf Zetteln, die im ganzen Haus verteilt sind. Auch Angehörige sollten keine echten Kerzen am Adventskranz anzünden, wenn sie im Pflegezentrum im Jahn Park ihre Verwandten besuchen. Stattdessen schmücken die Verantwortlichen Adventskränze mit LED Kerzen.

Brennende Kerzen in öffentlichen Gebäuden wurden wegen der Brandgefahr in der Stadt Coburg durch eine Verordnung untersagt. Diese Regelungen für öffentliche Gebäude haben viele Verantwortliche im Landkreis selbst und freiwillig getroffen. "Es gibt so naturgetreue Lichter, die ebenfalls eine gute Stimmung spiegeln", sagt Karin Steinbrück, die Leiterin des Pflegezentrums. Es wäre einfach zu gefährlich, eine natürliche Flamme zu erlauben.


Ständige Kontrollen nicht möglich

Selbst wenn Angehörige den Adventskranz anzünden, bleibt eine zu große Feuergefahr. Oft vergisst man die brennende Kerze, alte, vor allem demente Leute denken ohnehin nicht dran. Und für sie gibt es keinen Unterschied, welche Kerze am Adventskranz das dezente Licht ausstrahlt. Damit ist zugleich die Verletzungsgefahr geringer, denn auch die alten Leute langen mit dem Finger mal in Flammennähe.
"Wenn etwas passieren würde, hängt nicht nur ein Leben davon ab. Es hängen viele Leben davon ab", sagt Steinbrück, die mit dem künstlichen Licht, das sogar wie echter Kerzenschein flackert, die Gefahr bannen will. Dass eine Mitarbeiterin immer wieder jedes Zimmer kontrolliert oder gar ständig beaufsichtigt, ist nicht nur zu aufwändig, es ist fast unmöglich.

Kreisbrandrat Oliver Flake stimmt der Leiterin des Pflegeheimes zu. Brennenden Kerzen in öffentlichen Gebäuden steht er eher ablehnend gegenüber. Sind die Kerzen immer unter Aufsicht? Wie stark ist der Publikumsverkehr? Die Antworten auf diese Fragen lassen Flake eher zu einem Verzicht raten. Das Risiko der Brandgefahr sei einfach zu hoch. Zu Wohnungsbränden durch Adventskerzen komme es schon ab und zu.

Privat allerdings gehört für ihn das Kerzenlicht einfach zur Vorweihnachtszeit dazu, die Gefahr lasse sich durch einfache Maßnahmen gut reduzieren. Es komme eben auf den richtigen Umgang mit dem Kerzenfeuer an.
Nicht zuletzt deshalb beginnt der richtige Umgang mit dem Kerzenlicht schon im Kindergarten. Wie zünde ich eine Kerze richtig an, wie blase ich sie richtig aus, wie stelle ich sie auf, all das vermittelt die Feuerwehr schon den Kindergartenkindern bei der Brandschutzerziehung. "Wenn man bewusst lernt, damit umzugehen, minimiert man das Risiko", sagt Flake, der selbstlöschende Kerzen empfiehlt, um die Brandgefahr zu minimieren.


Gefahr durch künstliches Licht

Aber der Kreisbrandrat weist auch darauf hin, dass die Gefahr nicht nur von der brennenden Kerze ausgehen kann. Auch künstliches Licht, wie die günstig gekauften Lichterketten, können zur Brandgefahr werden. Um eine schöne Weihnachtsdekoration zu gestalten, werden diese Lichterketten in trockenes Reisig gesteckt und werden warm. Oder die Lichterketten, die auch als Außendekoration dienen, werden nass. Bei nicht sachgemäßem Umgang können sowohl künstliches als auch natürliches Licht zum Brandrisiko werden.

Gerade in den katholischen Kirchen ist es Brauch, die Kerzen brennen zu lassen, weiß der evangelische Pfarrer Christian Muschler. Aber er weiß auch, dass diese Kerzen in entsprechenden Gefäßen stehen, auf nicht brennbarem Untergrund und entsprechenden Kerzenständern. Von einem Kirchenbrand durch eine Kerze ist jedenfalls nichts bekannt. Bei aller Vorsicht ist die Kerze gerade für die Kirche ein wichtiges Symbol: "Es ist ein lebendiges Licht, das Wärme ausstrahlt", sagt Muschler.


So gehen Sie auf Nummer sicher

Kreisbrandrat Oliver Flake gibt Tipps, wie die Adventszeit sicher gefeiert werden kann:

Kerzen Kerzen nie unbeaufsichtigt lassen. Kerzen gehören immer in eine standfeste, nicht brennbare Halterung undf sollten nicht an in der Nähe von brennbaren Gegenständen oder an einem Ort mit starker Zugluft aufgestellt werden.

Gestecke Adventsgestecke nur auf feuerfeste Unterlagen stellen und Kerzen an Adventskränzen und Gestecken rechtzeitig löschen, bevor sie ganz heruntergebrannt sind. Sich immer vergewissern, ob wirklich alle Kerzen gelöscht sind.

Weihnachtsbaum Kerzen nicht unmittelbar unter einem Ast anbringen und auf ausreichenden Abstand zu Zweigen achten. Einen mit Wasser gefüllten Eimer bereit stellen.