Sehr konstruktiv und inhaltsreich verlief die Podiumsdiskussion "Landwirtschaft und Verbraucher im Widerspruch". Dazu hatte der VlF auf der Landwirtschaftsseite den gut ausgebildeten jungen Landwirt Bernd Trummer sowie Sebastian Thiem, der in Triesdorf Landwirtschaft studiert, gewinnen können. Georg Müller als Chefeinkäufer einer Molkerei vertrat den Handel und das verarbeitende Gewerbe. Der Lokalchef des Fränkischen Tages, Michael Memmel, vertrat die Sicht der Presse und Kirschenkönigin Marina I. steuerte ihre Erfahrungen aus der Verbraucherseite bei. Andreas Knorr, Leiter des AELF Bamberg, moderierte die Diskussion.


Rolle der Medien

Ein zentraler Punkt war die Rolle der Medien beim Erscheinungsbild der Landwirtschaft. Bernd Trummer sieht den bevölkerungsmäßig kleinen Anteil an der Gesamtbevölkerung mit einer breiten Angriffsfläche. Man habe keine geschlossene Lobby. Andere machten sich zu den Päpsten des Tierwohls. Georg Müller verwies auf die internen Konflikte des BBV und des BDM bei den Milcherzeugern, was eine schlechte Außenwirkung hergebe.
Dennoch habe der Bauer eine hohe Achtung in der Bevölkerung Bayerns. Sebastian Thiem stellt die Wirkung der Medien heraus. Das Bestreben des VlF müsse es auch sein, neue Medien wie Facebook positiv zu nutzen. Gleichzeitig bedauert er, dass gute Sendungen zur Landwirtschaft zu ungünstigen Sendezeiten im öffentlichen Bereich angeboten werden. Memmel meinte, er könne nur für seinen Bereich sprechen. Im Schnitt würden zwei Berichte pro Monat zum Thema Landwirtschaft erscheinen. Mit aktuellen modernen Beispielen aus dem Landkreis leiste seine Zeitung einen Beitrag, Landwirtschaft griffig zu machen. Dazu gehören Artikel über einen modernen Rinderstall in Egloffsteinerhüll ebenso wie über die erfolgreiche Idee der Milchautomaten, eine Form der Selbstvermarktung. Man will damit erklären, wie Landwirtschaft funktioniert. Leider verkauften sich gute Nachrichten in großen Organen oft schlecht.


Sind Produzenten böse?

Kirschenkönigin Marina erzählte aus ihren repräsentativen Erfahrungen auf der Grünen Woche in Berlin oder der Consumenta in Nürnberg. Massentierhaltung und Berichte zu Antibiotika in Medien schafften ein negatives Bild. "Kann ich vertrauen?", frage oft der Kunde. Daran sei zu arbeiten. "Die Produzenten sind immer die Bösen, es ist schwer, ihre wertvolle Arbeit darzustellen", resümierte Knorr. "Sind die Landwirte alle Tierquäler?", fragte er das Podium. Ein breites Thema und die Frage, ob der dunkle Stall früherer Zeiten mit angehängten Tieren besser war als die hellen, modernen Laufställe von heute. Trummer verwies auf Trends. 2008 war "Geiz noch geil", 2010 "alles gesund und Bio". Jetzt gelte der Trend, selbst Haustiere vegan zu ernähren. Die Politik habe darauf keine Antworten.
An vielen Stellen zeigt Georg Müller auf, dass die Molkerei als Glied zwischen Erzeuger und Verbraucher einen schwierigen Spagat ausführen müsse. Auf der einen Seite der kaufkraftstarke, oft argwöhnische Verbraucher, auf der anderen Seite der Erzeuger. Darf eine Kuh auf dem Milchpaket abgebildet sein, wenn ja, schwarz oder braun? Es gebe absurde Fragen und Klagen, die es zu befriedigen gelte. Medien sieht Memmel hier in einer Art Vermittlerrolle. Behauptungen und Halbwahrheiten sei nachzugehen und das kompetente Gespräch zu suchen. Hinterfragen, diese Art wünscht sich auch Andreas Knorr. Das sei leider nicht immer so.


Ackerbau und Pflanzenschutz

Weitere breite Diskussionsfelder bildeten Ackerbau und Pflanzenschutz. "Wie werden die immer größer werdenden Maschinen auf der Straße und im Feld wahrgenommen", stand schließlich als Frage im Raum. Hier beobachten die Teilnehmer viel Verständnis vom Wanderer und Verbraucher.


Rücksichtsvoll im Verkehr

Die Landwirte machen sich zur Aufgabe, rücksichtsvoll im Verkehr, gegenüber Fußgänger und Radfahrer zu sein. Am Feld das Gespräch mit dem Wanderer suchen, erklären, was gemacht wird, wofür es gut ist, damit habe man in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Das sei wichtig. Beeindruckt zeigte sich Landrat Hermann Ulm (CSU) von der Sachkompetenz. Angesprochen auf oft schwierige Fragen der Genehmigungsverfahren im Landratsamt empfahl er, rechtzeitig das Gespräch zu suchen, dann finde man in neun von zehn Fällen auch eine Lösung.