Im Stadtteil Burk kam es in den letzten Wochen vermehrt zu solchen Fällen. Einer der Opfer war Milow, ein 15 Monate alter Chihuahua. Er ist der Hund der Familie Thomsen.

Am 7. Juli gegen 18.30 Uhr bemerkte Gabriele Thomsen, dass mit Ihrem Tier etwas nicht stimmte. "Wir dachten erst, dass er sich an etwas verschluckt hat. Aber als sich immer mehr Schaum vor seinem Mund bildete, Blut aus seinem Darm kam und er auf dem Arm meines Mannes Wasser ließ, wussten wir, dass es ihm nicht gut gehen konnte."


Zwischen Leben und Tod

Aus Sorge um Milow, machten sie sich auf den Weg zu ihrer Tierärztin. Diese hatte dem Vierbeiner sofort Blut genommen und eine Infusion gelegt. Eine Vergiftung wurde vermutet. Da es dem Hund immer schlechter ging, verfolgte die Familie den Rat der Ärztin und fuhr mit Milow in eine Tierklinik nach Nürnberg. "Auf den Weg dorthin verlor er unheimlich viel Blut. Wir dachten, dass er die Nacht nicht überleben wird", sagt Gabriele Thomsen.

Doch Milow schaffte es. Auch wenn er noch immer erhöhte Leberwerte hat und vier mal täglich Medikamente nehmen muss, geht es ihm schon viel besser.

"Das Schlimmste an der Geschichte ist wohl, dass Milow den Giftköder in unserem eigenem Garten gefressen haben muss", sagt Jessica, Tochter von Gabriele Thomsen. "Wenn man sich auf seinen eigenem Grundstück nicht mehr sicher fühlen kann, wo dann?"

Die Familie erstattete Anzeige bei der Polizei. Eine Vermutung, wer den Giftköder gelegt haben könnte, haben sie nicht. "Der Täter muss psychisch krank sein. Sein Verhalten ist fahrlässig. Die Köder können schließlich auch für ahnungslose Kinder gefährlich werden", meint Jessica Thomsen.

Um andere Hundebesitzer zu warnen, veröffentlichte die Familie ihre Geschichte auf Facebook. Zudem verteilten sie Handzettel in ihrem Umkreis.


Weitere Opfer

Die Vergiftung des Chihuahuas war nicht der einzige Giftköder-Fall, den es in den letzten Wochen im Stadtteil Burk gab. "Wir wissen von noch mindestens zwei weiteren Opfern, die hier wohnen", sagt Jessica Thomsen. "Von diesen hat es ein Hund leider nicht geschafft. Er musste eingeschläfert werden." Ihre Tierärztin Tamara Eichtmayer bestätigt das: "Wir hatten selbst drei Giftköder-Fälle in unserer Praxis. Es handelte sich bei allen Ködern um Rattengift."

Die Hunde vor der als Leckerli getarnten Gefahr zu schützen ist schwer. "Man kann höchstens versuchen, ihnen beizubringen, nichts mehr ohne vorherige Erlaubnis zu fressen. Das ist jedoch schwer, da es gegen die Natur der Tiere spricht", sagt die Ärztin. Familie Thomsen fügt hinzu, dass sie so viele Leute wie möglich warnen wollen. "Zudem möchten wir in unserem Garten eine Überwachungskamera installieren. Alle Hunde, von denen wir wissen, wurden wahrscheinlich in den Gärten der Besitzer vergiftet," sagt Jessica Thomsen.

Die Polizei Forchheim habe die Ermittlungen aufgenommen, sagt ein Sprecher der Polizei. Speziell ausgebildete Hundeführer würden sich um den Fall kümmern. So lange es jedoch keine weiteren Hinweise gebe, sei es schwer, einen Schuldigen zu finden.