Eine Wahlperiode will er noch weitermachen, Dieter George, der wiedergewählte Vorsitzende des Heimatvereins. Dann soll ein Jüngerer ran. Da George inzwischen als Ruheständler nicht mehr in der Stadtverwaltung ist, soll Edelgard Striegel die enge Verbindung dorthin halten. Sie wurde als Schriftführerin gewählt.
Komplettiert wird der Vorstand durch den wiedergewählten Thomas Werner und den Neuling Rainer Freund als stellvertretende Vorsitzende sowie Dietmar Baier, den bewährten Kassenwart.


Renommierte Beisitzer

Dazu kommt noch eine lange Liste von Beisitzern. Die sind alles Personen, die in irgendeiner Weise mit denkmalschützerischen und stadtgeschichtlichen Themen zu tun haben: beginnend mit Bauamtsleiter Gerhard Zedler und seinem Vorgänger Helmut Bock. Ferner sind Beisitzer Helmut Dittrich als Vertreter der Schützen und damit des Annafestzugs, Museumsleiterin Susanne Fischer, Heimatpfleger Franz Schürr, Ludwig Dafner vom Statttheater bis hin zum kooptierten Mitglied Eduard Nöth als Vertreter der Bayerischen Landesstiftung, einem nicht unwesentlichen Geldgeber für den Denkmalschutz.


Zuschuss für Buch

Der Heimatverein verfügt hauptsächlich über die Erträge aus der Adventskalender-Verlosung. 2016, so George, soll damit ein dreibändiges Werk über die Geschichte Forchheimer Anwesen von Reinhold Glas bezuschusst werden: "Damit es zu einem käuflichen Preis in den Handel kommen kann."
Es geht um die Größenordnung von rund 15 000 Euro. Was der Verein bei einem aktuellen Kassenstand von 81 000 Euro sicher stemmen kann, auch wenn man die noch offenen Posten für die Lotterie von an die 10 000 Euro abzieht.

Das zweite Projekt, das sich George und seine Mitstreiter für 21016 vorgenommen haben, ist die Sanierung der Fischhäuschen am Marktplatz. Hier müssen die Dächer erneuert werden, damit das Ensemble mit dem Karpfen und den Tauben aufgewertet wird. Unterstützen will der Heimatverein auch eine Initiative der Reuther Feuerwehr. Man möchte dem sprichwörtlichen Reuther Kuckuck ein Denkmal setzen.
Der Vogel spielt in den "Reuther Stückla" eine große Rolle. "Es handelt sich hierbei um die größte Schwanksammlung Frankens, die ein gewisser Bronner in den 20er-Jahren zusammengetragen hat", erläuterte der Kulturbeauftragte im Ruhestand dazu.

Für George verbirgt sich in den Geschichten ein Stück sozialer Wandel, als die Reuther von Landwirten zu Arbeitern in der Spinnerei wurden: "Sie waren damals weder von den stolzen Bauern noch von den Städtern anerkannt." In diese Kerbe schlage auch die Geschichte, dass die Reuther ihre Kirche verrücken wollten.


Gedenktafel geplant

Ein wichtiger Punkt ist für George die Erinnerung an die jüdischen Mitbürger. Ein Umfrage bezüglich Stolpersteinen hat Bedenken ausgelöst, nicht jeder Hauseigentümer wolle mitmachen. Deshalb möchte er stattdessen eine Würdigung der jüdischen Unternehmer aus der industriellen Gründerzeit. George forderte die Mitglieder auf, sich Gedanken über einen Standort für eine Gedenktafel zu machen.
Auch St. Martin soll für die Kirchensanierung einen Zuschuss erhalten.

Wieder durchgeführt wird heuer der Blumenschmuckwettbewerb und auch Exkursionen und Vorträge soll es geben. Wegen der besonderen Verbindung der Stadt Forchheim zu Lamprecht von Brun, Bischof von Bamberg und Kanzler Kaiser Karls IV., führt eine Exkursion zur Landesausstellung nach Nürnberg und weiter in den Sulzbacher Raum, den der Kaiser als Neu-Böhmen förderte.