Die Sonne stand am strahlend blauen Himmel. Viele Wanderer und Erholungssuchende fanden den Weg durch das Tal von Obertrubach Richtung Egloffstein und erfreuten sich einfach an der Schönheit der Natur. Genauer wollten es da die Ranger des Geoparks Bayern-Böhmen wissen, die sich zur Fortbildung eingefunden hatten.

Der Park gilt in Europa als einzigartig und wird von der EU gefördert. Auf bayerischer Seite gehören die Landkreise Bayreuth, Wunsiedel, Tirschenreuth und Neustadt/Waldnaab dazu, auf tschechischer Seite reicht das Gebiet bis nach Karlsbad und Pilsen. Angrenzende Gemeinden wie Obertrubach, das den äußersten südwestlichen Teil stellt, können ebenfalls beitreten.

2003 wurde die bayerisch-tschechische Erklärung zur Gründung des grenzüberschreitenden Geoparks in der Mitte Europas unterzeichnet. Die kontinentalen Tiefbohrungen von Windisch-Eschenbach brachten deutsche und tschechische Geowissenschaftler erstmals auf den Gedanken, die vielen Erkenntnisse zur Erdgeschichte der Region auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Leidenschaftlicher Verehrer

Die Ranger sind im allgemeinen Laien, die sich in den Heimatdörfern für Kultur und Geologie interessieren.
Experten wie der Projektleiter des Geoparks, Andreas Peterek, aus Parkstein bei Weiden oder Professor Roman Koch von der Universität Erlangen, der ein ein leidenschaftlicher Verehrer des Trubachtals und seiner geologischen Gegebenheiten ist, vermitteln in regelmäßigen Abständen verständlich ihr Wissen.

Etwa 25 Teilnehmer hatten sich zunächst im Gasthof "Zur Einkehr" in Bärnfels, eingefunden, um einen Kurzvortrag zur aktuellen Entwicklung im Geopark Bayern Böhmen aus dem Munde Petereks zu hören. Die Teilnehmer durchlaufen eine einjährige Ausbildung in Geologie und Landeskunde. Dazu kommen jährlich zwei Fortbildung über die Region. Es gibt nicht wenige faszinierende Punkte.

Wer weiß beispielsweise schon, dass in Weißenstadt, einem angehenden Bad, mit 1850 Meter die tiefste Bohrung in Granit in Deutschland existiert? Anschließend beschäftigte sich Roman Koch mit der Geologie in der Fränkischen Schweiz. Am Nachmittag ging es dann in die Natur. Die Teilnehmer trafen sich am Rathaus von Obertrubach, um einen Teil des Trubachwegs bis Wolfsberg zu begehen. Koch hatte den Weg um das Jahr 2000 herum konzipiert.

Steine werden lebendig

Fasziniert lauschten die Besucher an den Informationstafeln Kochs Ausführungen. Die Verganheit wurde erfahrbar, Steine lebendig.

Spuren an den Felsen zeigen unter anderem Muscheln und Kalk kann als Zeichen für Meeresschwankungen herangezogen werden. Der gewöhnliche Wanderer geht wohl meist ahnungslos vorbei an diesen eindrucksvollen Naturzeugnissen vorbei. Die Ranger können helfen, den Wissensschatz weiterzugeben. Mit seiner Geologie, Kultur und den vielen Klettermöglichkeiten bietet Obertrubach den Rangern ein breites Feld.

Zweiter Bürgermeister Markus Grüner (CSU) erinnert sich noch an die zunächst zögernde Haltung im Gemeinderat von Obertrubach, als Bürgermeister Willi Müller (CSU) vor zwei Jahren für den Beitritt zum Geopark warb. 200 Euro muss die Gemeinde dafür jährlich bezahlen. Das gut ist gut angelegt, glaubt Grüner.