Dramatisch beurteilte Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB) bei der Bürgerversammlung im Gasthof Schwarzes Kreuz in Eggolsheim den Rückgang der Geburtenzahlen. In der mehr als 6620 Einwohner zählenden Gemeinde kamen im Vorjahr gerade einmal 22 Kinder zur Welt. Ein Minusrekord! 2010 waren es zumindest noch 33.
Aber auch das ist für den Bestand einer dreizügigen Grundschule, die zurzeit mit einem Kostenaufwand von fünf Millionen Euro saniert wird, zu wenig. An der Gemeinde bleiben schließlich immerhin 2,8 Millionen Euro hängen.

Keine Fehlinvestition


Dennoch verteidigte Bürgermeister Claus Schwarzmann die Investitionen in Kindertagesstätten und die Schule. "Für unsere Kinder nur das Beste." Selbst die Investition von 400 000 Euro in die Ausweichschule im Lindner-Gebäude wollte der Bürgermeister keinesfalls als Fehlinvestition betrachtet wissen. Im Gegenteil. Ist die Sanierung der Eggolsheimer Schule abgeschlossen, stünden die Klassenzimmer als Ersatzräume zur Verfügung, wenn der Landkreis ab 2014 die nur fünf Kilometer entfernte, nach dem Eggolsheimer Mathematiker, Physiker und Instrumentenmacher Georg Hartmann benannt Realschule Forchheim grundlegend saniert. Deshalb stellte sich Schwarzmann auch in aller Deutlichkeit gegen einen Verkauf des Lindner Gebäudes. Aus dem Erwerb des Gebäudes inklusive der Liegenschaften habe die Gemeinde nur Nutzen gezogen, verteidigte Schwarzmann die bisherige Vorgehensweise.

Zweites Kindergeld?


Die alarmierend rückläufigen Geburten inspirierten die Teilnehmer der Bürgerversammlung, ein zusätzliches kommunales Kindergeld anzuregen. Bürgermeister Schwarzmann hingegen hielt wenig von dem Vorschlag, dass die Gemeinde den gleichen Betrag, den der Staat gewährt, noch einmal drauf legt. Stattdessen verwies er darauf, dass Eggolsheim jedem, der einen Bauplatz kauft, für jedes Kind zehn Jahre lang einen Tausender zurück erstattet. Das sei deutlich nachhaltiger, als ein Gießkannenprinzip, befand der Gemeindechef, der sich gegenüber einem kommunalen Familien-Gründungsdarlehen skeptisch zeigte.
Bei der Sanierung der Schule sei der dramatische Rückgang der Geburtenzahlen noch in keiner Weise absehbar gewesen, verwies Schwarzmann auf das genehmigte Raumprogramm, das 17 Klassenzimmer plus die notwendigen Fachräume umfasst. Darauf gewähre der Staat einen Zuschuss von 60 Prozent. Für die Gemeinde bedeute dies, dass sie auch weiterhin eine Schule vorweisen könne, die allen Anforderungen genüge. Selbst wenn es vorübergehend nur zwei, statt drei Eingangsklassen gebe. Im Übrigen könne sich die Schullandschaft sehr schnell verändern, wenn es einen Änderung vom drei- in ein zweigliedrigen Schulsystem geben sollte.

Sichert Zuzug die Zukunft?


Seine Hoffnung auf mehr Nachwuchs setzte Schwarzmann auf die Ausweisung von Bauland. Hier liege Eggolsheim gut im Rennen. Seit 2007 seien 50 neue Bauplätze verkauft worden. Weitere Bauplätze entstünden hinter dem Seniorenzentrum im Hager Bichl, in Rettern und am Lindner Gelände.
Zudem soll der Ortskern besser belebt werden. Hier wolle die Sparkasse das Gebäude,in dem seit 1996 der Jugendtreff Faulenzer untergebracht sind, kaufen und sanieren. Wo die Faulenzer dann untergebracht werden sollen, darüber seien bereits Gespräche geführt worden. Allerdings hätten diese noch zu keinem Ergebnis geführt.