Dass kein Auge trocken bleiben würde, wenn der Katholische Frauenbund Pretzfeld sein Faschingsprogramm der Öffentlichkeit vorstellt, war zu erahnen, aber "so etwas habe ich noch nicht gesehen", meinte die Besucherin Rosi de Pascali. Sie schaffte es kaum noch, ihre strapazierten Lachmuskeln bei Laune zu halten.
Die Frauenbund-Vorsitzende Elke Metzner läutete mit ihren Akteurinnen und mit dem Publikum in der voll besetzten Turnhalle mit einem "Helau, jetz geht es wieder los, die Stimmung ist schon riesengroß" den Abend ein, die musikalische Unterstützung leistete gekonnt und stimmungserhaltend der Alleinunterhalter Michael Scharf. Es folgten, von Tanzpausen unterbrochen, begeisternde Programmpunkte von "Das erste Mal" bis "Das Rennpferd".
Schon der Geburtstagsbesuch hatte es in sich, als Mutter und Tochter der Tante (Hildegard Hirner) ihre Aufwartung machten und die Mutter (Elisabeth Wagner) unter anderem frischen Käse übergab, wobei die Tochter (Rita Herold) einräumte: "Aber Mutter, des is doch der Käs, der noch in der Mausfalln wor."
Ausdrucksstark und das Publikum mitreißend, so könnte der Showtanz der schwarz-weißen Strümpfe beschrieben werden, die dafür anhaltenden Applaus ernteten und natürlich um eine Zugabe nicht herum kamen. Schon irgendwie zur Tradition geworden, durften die Tratschen vom Friedhof, Andl und Babett (Kaplan Dieter Jung und Dekan Marcus Wolf) mit ihrem fränkischen Mundart-Auftritt an diesem Abend nicht fehlen. So wusste Andl, dass der Pretzfelder Kaplan im Juli zum persönlichen Referenten des Bamberger Erzbischofs ernannt wird und vorher im Ausland noch seinen Doktor macht. Er ergänzte: "Des is doch a schöna Mo, der werd bestimmt a Gynäkologe." "Naa", erwiderte Babett, "der promoviert doch als Theologe".
In seiner Modenschau der besonderen Art präsentierte Karl Lagerfeld (Elke Metzner) "ältere Models" in angepasster Mode wie "Kirchgang", "Nachmittagskaffee" oder "Kirschenfest". Vor allem bei der Abendgarderobe mit betonter Oberweite kam manch einer ins Schwärmen.
Und dann wurde noch ein gut gehütetes Geheimnis gelüftet, als Dekan Marcus Wolf als die amerikanische Filmschauspielerin Marilyn Monroe auftrat. Allein die perfekte Mimik und Gestik verhalfen ihm schon beim Einzug in die Halle zu donnerndem Applaus. Alle warteten schon auf diesen Auftritt, denn wo sonst kann man einen Pfarrer - der bereits zum achten Mal an den Faschingsveranstaltungen des Frauenbundes teilnahm - mit einem so hinreißenden schauspielerischen Talent bewundern.
Aber auch beim Tanzbeinschwingen ging es heiß her. So heiß, dass selbst Schuhe ausgezogen wurden: "Es geht auch ohne Stiefel, außerdem rutscht es dann besser" meinte die Besucherin Gunda Deckert. Mit dem Song von Chris Roberts "wann liegen wir uns wieder in den Armen, Barbara" ging ein überaus unterhaltsamer und stimmungsvoller Faschingsabend, bei dem alle 18 Aktiven des Frauenbundes ganze Arbeit geleistet haben, viel zu schnell zu Ende.