Nicht allein zu Hause sitzen, mit anderen sprechen können - das nannte Nadja Heil als ihr Motiv in diesem Kurs für Integrationslotsen des Bfz (Berufsförderzentrum) und der Gfi (Gesellschaft für soziale und berufliche Integration) unter Leitung von Eva Slamena teilzunehmen.
"Ich bin froh, dass ich so viele Frauen aus anderen Ländern hier getroffen habe", sagte Nadja Heil beim Abschlusstreffen der neuen Lotsen, das dem Anlass entsprechend mit einem internationalen Frühstück begangen wurde.


Gemeinsame Erfahrungen

Heil freut sich darüber, mit den anderen kommunizieren zu können: "Wir verstehen ein bisschen einander." Diesen Satz bezog sie nicht nur auf die Sprachkenntnisse, sondern auf die doch oft recht ähnlichen Erfahrungen bei der Ankunft in einem fremden Land.

Sieben Wochen lang wurden die neuen Lotsen sie, um "das Handwerkszeug fürs Brücken bauen zu haben", wie es Kathrin Reif, die Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses, formulierte. Denn darum geht es denn zwölf Absolventinnen des Kurses: Menschen, vor allem Frauen, mit derselben Sprache bei den ersten Schritten in Deutschland zu helfen.

Weil die Lotsen wissen, wie es sich anfühlt, in einem fremden Land zu leben. So berichtete Reif von einer Mexikanerin, die den Kurs schon vor Jahren besucht hat. Heute kümmere sie sich noch immer um Flüchtlinge kümmert. Es sind so viele Dinge, die neu oder anders sind in einem fremden Land sind. Schon einfache Reisende machen diese Erfahrung. Für Flüchtlinge und anerkannte Asylbewerber sind die Herausforderungen indes ungleich größer.
Genau an diesem Punkt wollen die Intergrationslotsen ansetzen. Sie wollen zu Alltagsbegleitern werden - ganz gleich, ob es Freizeitangebote, Behördengänge oder Arztbesuche geht.