Lisa Badum, die Forchheimer Bundestagskandidatin von Bündnis 90/Die Grünen für den Wahlkreis Bamberg-Forchheim reiste nach Berlin - zum Empfang anlässlich des Internationalen Frauentages. Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig hatte Lisa Badum in ihrer Funktion als Helene-Weber Preisträgerin eingeladen.
Badums Botschaft zum Frauentag: Der Feminismus sei nach wie vor attraktiv - aber "auch Forchheim kann noch bunter werden". Es gebe in der Stadt "eine lebendige und bunte Zivilgesellschaft. Die tolle Beteiligung am One Billion Rising Day auf dem Rathausplatz in jedem Jahr ist ein Zeichen dafür. Wir können Frauen jedoch in der Stadt noch sichtbarer machen und ihnen mehr Raum geben."

Mangelnde Sichtbarkeit prangert die Grüne-Politikerin beispielsweise bei den Straßennamen an: "Wie kann es sein, dass in Forchheim 114 Straßen nach Männern benannt sind und nur 6 nach Frauen?" Zudem gebe es "viele fragwürdige Namensgeber, etwa NS-Größen wie Hans Räbel oder Karl Poiger". Ob diese Straßen nicht umbenannt werden können, fragt Badum. "Mindestens sollten neue Straßen nur nach Frauen benannt werden, etwa nach Friedensnobelpreisträgerinnen." Auch eine Stadtführung aus weiblicher Sicht würde großes Interesse hervorrufen: Wie haben Frauen die Stadt gestaltet und geprägt? Noch gebe es so eine Führung nicht, doch die Touristinformation sei offen dafür, hat Lisa Badum herausgefunden.


Beschämende Zustände

Andreas Schwarz, SPD-Bundestagsabgeordneter für Bamberg-Forchheim verknüpfte den 8. März mit dem Thema Entgelttransparenzgesetz und wies auf die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen hin: Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit sollte selbstverständlich sein, sei aber bei weitem noch nicht der Fall. "Ungerecht und beschämend" nannte es Schwarz, dass nach wie vor die durchschnittlichen Bruttostundenlöhne von Frauen in Deutschland um 21 Prozent niedriger als die von Männern seien. Der SPD-Abgeordnete hat sich vorgenommen, im Kampf für die Gleichstellung der Geschlechter den Gesetzentwurf mit durchzubringen, den Manuela Schwesig "nach harten Verhandlungen im Koalitionsausschuss vorgeleg" habe. "Das Entgelttransparenzgesetz soll noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden."

Für Lisa Badum war der Mittwoch Anlass, alle Frauen zu beglückwünschen: "Wir feiern die Rechte und Chancen, die Frauen sich gegen viele Widerstände in unserer Gesellschaft erkämpft haben. Wir bleiben jedoch wachsam, denn weltweit und in Deutschland sind feministische Errungenschaften in Zeiten von Trump und AfD in Gefahr." Die
Women´s Marches in Washington hätten gezeigt, "dass viele Menschen solidarisch für eine offene, feministische Gesellschaft und gegen nationalistische Ideologien einstehen wollen".

Lisa Badum sagt, dass sie bei dem Empfang eine "kämpferische Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig" erlebt habe. Schwesig verwies auf ihre Erfolge wie die Quote für Aufsichtsräte. Der Zwischenstand zum 8. März: Alle börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen, die 2016 neue Aufsichtsratsposten zu besetzen hatten, haben sich an die feste Quote gehalten. Auch für Frauen in Pflegeberufen und alleinerziehende Mütter plane Schwesig gesetzliche Verbesserungen noch in dieser Wahlperiode.

Mit Hinweis auf das Entgelttransparenzgesetz betonen Lisa Badum und Andreas Schwarz neue Chancen für Frauen: Der Gesetzentwurf sehe etwa einen individuellen Auskunftanspruch in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten vor. Damit sollen bis zu 14 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Recht erhalten, zu erfahren, wie sie im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen, die einer gleichwertigen Tätigkeit nachgehen, bezahlt werden.


Dem Rechtsdruck widerstehen

"Beschäftigte mit einem individuellen Auskunftsrecht auszustatten, ist ein wichtiges Signal, dafür will ich kämpfen, nicht zuletzt auch für die berufliche Zukunft meiner kleinen Tochter", sagt Schwarz. Und Badum betont, dass es zur Durchsetzung der Frauenrechte auch gehöre, "dem Rechtsruck unsere Vorstellung einer gleichberechtigten Gesellschaft entgegenzusetzen, in der alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft oder Religion frei leben können".