"Solche Gespräche sollte man öfters haben, davon würden alle Beteiligten profitieren", freute sich Obertrubachs Bürgermeister Markus Grüner (CSU) am Ende einer Aussprache zur Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP).
Zusammen mit seinem Egloffsteiner Amtskollegen Stefan Förtsch (CSU) hatte Grüner den Landtagsabgeordneten Michael Hofmann (CSU) in das Rathaus zu einem Informationsgespräch geladen. Außerdem nahm Ulrich Meierhöfer teil. Er ist Geschäftsführer und Verwaltungsfachmann in Obertrubach.


Abgesteckter Förderrahmen

Es zeigte sich schnell, dass es selbst für die Betroffenen schwer ist, die verschiedenen Themen richtig einzuordnen. Was ist durch den LEP gedeckt, was nicht? Das ist mitunter durch viele Rahmenrichtlinien nicht sofort erkennbar.

Förtsch, der auch stellvertretendes Mitglied im regionalen Planungsausschuss Oberfranken West ist, betonte, dass der LEP ein abstraktes Leitbild bis 2025 darstellt, die auf den verschiedenen Ebenen mit Leben erfüllt werden will. Dazu geben die Einstufung von der Metropolregion (Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach) zum Oberzentrum (wie seit kurzem auch Forchheim) bis zum Kleinzentrum einen gewissen Förderrahmen vor.
Wie Hofmann erläuterte, erfüllt Forchheim noch nicht alle Kriterien eines Oberzentrums. Die jüngst erfolgte Aufstufung eröffne aber entsprechende Möglichkeiten für die Zukunft.

Die Gesprächsteilnehmer waren sich darin einig, dass gewisse Verfahrensweisen stärker und beweglicher an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden müssten. Das solle aber keine Aushebelung gegebener Vorschriften bedeuten. Meierhöfer nannte als Beispiel das Anbindegebot. Dieses bedeute, dass Gewerbegebiete nicht einfach auf die grüne Wiese, abgelöst von jeder Siedlung, gebaut werden können. Kleine Gemeinden als Unterzentren und abseits von den größeren Zentren, so ist der Wunsch, sollten allerdings in die Lage versetzt werden, gemeinsam ein Projekt, weg von der bisherigen Erschließungsvorschrift zu realisieren.


Wirtschaftlicher Faktor

Für Egloffstein und Obertrubach stellt der Tourismus ein wichtiges wirtschaftliches Standbein dar. Generell monierte Hofmann in diesem Zusammenhang, dass die Franken in Sachen Höflichkeit gegenüber den Gästen noch dazulernen müssten. Markus Grüner betonte, dass die Tourismusregion eigene Schwerpunkte in der Betrachtung erfordert. Zu den Einwohnerzahlen sollten auch Besucherzahlen berücksichtigt werden.
Ein kleines Beispiel ist ein geplanter Radweg bei Wolfsberg. Das enge Tal, verbunden mit einem weitreichenden Schutzgebiet, macht die Realisierung aus Umweltgründen schwierig. Ein Radweg, so Grüner, ist nicht umweltschädlich, kann aber nicht durch das Gebiet angelegt werden.

Überlegenswert wären hier als Ausweg Ausgleichsflächen. Umgekehrt führte Förtsch an, dass in seiner Region ein vorhandener Wanderweg nicht als Radweg akzeptiert werden soll. Dieser sei stattdessen entlang der Verkehrsstraße gewünscht. Hofmann schlug einen weiten Bogen vom Tourismus in der Alpenregion und dem Bayerischen Wald bis in die Fränkischen Schweiz. Er mahnte an, dass die gesamte Fränkischen attraktiver werden müsse. Nur so könne die Region auch bei schlechtem Wetter konkurrenzfähig sein.


Keine direkte Verbindung

Ein Thema für die beiden weit von Forchheim entfernten Gemeinden war die Verkehrsanbindung an die Zentren, wenn auch nicht unbedingt mit dem LEP verquickt. Die Pendler von Obertrubach sind weitestgehend nach Nürnberg ausgerichtet. Direkte öffentliche Verkehrsverbindungen dorthin existieren nicht.

Die Bevölkerungsbewegung, neue Baugebiete, die mögliche Beseitigung von Leerständen in den Dörfern - das alles waren weitere Punkten, die zur Sprache kamen. "Es muss halt einfach auch der gesunde Menschenverstand eingesetzt werden", sagte Hofmann. Gerade bei diesem Punkt haben die Obertrubacher dann doch ihre Zweifel. Im Rahmen der Dorferneuerung Wolfsberg muss das Bachbett der Trubach verlegt werden.
Die erste Forderung des Wasserwirtschaftamts war es, die Trubach künftig in diesem Bereich auf einer Breite von 15 Metern mäandern zu lassen. Also handelte die Gemeinde mühsam einen Grundstückstausch mit den angrenzenden Wiesenbesitzern aus.
Erleichtert reichte sie die Lösung ein. "Als Antwort bekamen wir jetzt eine Liste neuer Punkte", schüttelt Bürgermeister Grüner den Kopf. "Wie soll man das den Bürgern vermitteln?" , fragte Grüner.