Ebermannstadt Endlich ist es so weit. Endlich dürfen sich auch die Männer in schicke regionale und moderne Tracht kleiden. In Zusammenarbeit mit fachkundigen Schneiderinnen ist es dem Fränkische-Schweiz-Verein gelungen, eine erneuerte Männertracht für die Region zusammenzustellen. Sie wird anlässlich des "Netzwerktreffens Tracht" am Sonntag, 19. Juni, im Rahmen des historischen Marktes in Ebermannstadt beim Scheunenviertel erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.


Keine leichte Aufgabe

200 Jahre hat es gedauert, bis jemand ernsthafte Gedanken darüber entwickelte, in welche "Woar" man die Männer von heute stecken könnte. Es sollte die Historie beachtet werden und es sollte möglich sein, die Herkunft des Trägers, die Fränkische Schweiz, an seinen Kleidern zu erkennen. Keine leichte Aufgabe. Bei den Damen ist das schon längst geglückt. Die erneuerte Frauentracht erfreut sich dank intensiver Vorarbeit durch den Fränkische-Schweiz- Verein (FSV) wachsender Beliebtheit, was allein schon an den zahlreichen Nähkursen in der Kulturwerkstatt Morschreuth ersichtlich ist.

Und jetzt endlich sind auch die Männer an der Reihe. Nicht mit Nähkursen, das könnte eventuell schwierig werden, genug Männer zu finden. Aber mit schicken Kleidern, die von Frauenhänden erzeugt werden, schon. In einigen gemeinsamen Vorbesprechungen fachkundiger Schneiderinnen, in denen es um die historische Überlieferung aus dem 19. Jahrhundert ging und um die "schnittliche" Umsetzung in die heutige Zeit, einigte sich nun kürzlich ein Gremium von Fachleuten auf eine erneuerte Männertracht für die Fränkische Schweiz. FSV, Bezirk Oberfranken und die beteiligten Schneiderinnen setzen damit neue Maßstäbe.

Die Bestandteile der Tracht sind: dunkle bequeme Hose, frankenrote Weste (kann auch dunkelgrün oder mittelblau sein) über weißem Hemd mit Stehkragen und dunkler Jacke. Die Fellmütze ist historisch bezeugt und wird heute noch im Forchheimer Land getragen. Der früher übliche Dreispitz (Schaufelhut) ist etwas aus der Mode geraten, könnte aber auch dazu "angezogen" werden.

Die ersten Kleidungsstücke: Hosen, Westen und Jacken werden beim Netzwerktreffen am Sonntagmittag und noch einmal am Sonntagnachmittag um 14.15 Uhr am Stand des FSV erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und erklärt. Mit dabei sind einige FSV-Vorstandsmitglieder, der Bezirkstagspräsident Günther Denzler, Landrat Hermann Ulm (Forchheim) und die Trachtenbeauftragte des Bezirks Oberfranken, Birgit Jauernig. Bei der Präsentation um 12 Uhr wird Landrat Ulm, ebenfalls zum ersten Mal, seine neue grüne Trachtenweste tragen, als Teil seiner erneuerten Tracht, die er kürzlich in Auftrag gab. Eine Geste, mit der Ulm sein Interesse an der erneuerten Männertracht bekundet und die Verbreitung damit unterstützt. Getreu dem brandneuen Slogan des FSV: "Die erneuerte Tracht der Männer ist die stoffgewordene Verbindung aus Vergangenheit und Gegenwart", so Walter Appelt, der designierte Leiter des wieder ins Leben gerufenen Arbeitskreises Männertracht.