Vor einigen Wochen hatte Mathias Gerstenberger einen "Geistesblitz". Als der stellvertretende Leiter des Straßenverkehrsamts an der Ecke Paradeplatz/Klosterstraße stand, sah er die Möglichkeit einer neuen Verkehrsführung: Im Stadtrat wurde der Plan, den Verkehr an dieser Stelle durch einen Kreisel zu verflüssigen, überwiegend positiv aufgenommen.

Gestern nun entschlossen sich die Verkehrsexperten des Ordnungsamtes, der Polizei und der Landkreisbehörde zu einem Probelauf: Mit Spray und Pylonen markierten Mitarbeiter des Forchheimer Bauhofes einen Kreisverkehr an der Paradeplatz-Kreuzung. "Flüssiger und leichter" sei der Verkehrsfluss, urteilte Polizeihauptkommissar Hartmut Demele nach dem Kreisel-Test. Zuvor hatten die Tester auch versucht, lediglich die Ampeln auszuschalten. Doch diese Art der natürlichen Verkehrsregelung funktioniere nicht, sagt Klaus Backer, der Leiter des Ordnungsamtes: "Der Fußgängerdruck ist zu hoch."

Daher werde in den nächsten Wochen ein Kreisverkehr mit drei Querungshilfen an der Kreuzung eingerichtet, kündigt Roland Brütting, der Chef des des Straßenverkehrsamts, an. Nur für ein Problem werde noch eine Lösung gesucht, sagte Brütting: Für die Busse, die vom Marktplatz kommend, in die Klosterstraße abbiegen wollen, sei der Kreisel nicht zu bewältigen. "Das ist die einzige Richtung, wo sichs zwickt", betont Klaus Backer: "Da müssen wir die Linie umleiten."


Umleitung ohne Zeitverlust

Auch Klaus Hummel, Fachbereichsleiter für den Nahverkehr am Landratsamt, war mit dem gestrigen Probelauf zufrieden. Das Aufkommen der Busse, die durch die Innenstadt fahren und am Marktplatz vorbeikommen, sei ja gigantisch, sagt Hummel. Annähernd 70 000 Busse pro Jahr seien das. Also rund 190 pro Tag. Jene Busse, die momentan vom Marktplatz kommend, links in die Klosterstraße abbiegen, werden durch den Kreisverkehr auf eine neue Route geschickt. Am Rhythmus und am Zeitplan des Forchheimer Busverkehrs werde diese kreiselbedingte Umleitung nichts ändern, betont Klaus Hummel.