Gewohnt großzügig erwiesen sich die Mitglieder des Haupt-, Personal- und Kulturausschusses gegenüber dem Salesianer-Orden. Das Gremium stimmte der Übernahme eines Defizites für den Betrieb der Jugendherberge in einer Größenordnung von maximal 12 000 Euro zu. Gebeten hatte die Provinzialverwaltung der Salesianer um 13 000 Euro. Die Betriebskostenabrechnung, aus der die Zahlen hervorgehen, hatten die Ordensvertreter der Stadtverwaltung vorgelegt.

"Alle Jahre wieder", kommentierte Udo Schönfelder (CSU) dieses Prozedere. Gegen die Übernahme der Kosten sei nichts einzuwenden, schließlich habe auch die Stadt einen Vorteil von der Jugendherberge. Dennoch bat der Fraktionschef darum, einen Überblick über Nutzung und Auslastung der Einrichtung zu bekommen - eine Bitte, der sich Heinz Endres (FBF) anschloss.


Stadt in der Pflicht

Unklarheit herrschte zunächst darüber, ob in der Abrechnung über die Jugendherberge auch die Unterbringung der Blockschüler einfließe. Das sei unerheblich, meinte Edith Fießer (FGL). "Wir sollten froh sein, dass die Berufsschüler dort untergebracht werden können", sagte sie. Reinhold Otzelberger (SPD) erinnerte daran, dass die Tage der Unterbringung von Auszubildenden im Jugendwohnheim Don Bosco gezählt seien. "Wir müssen damit rechnen, dass auch der Betrieb der Jugendherberge nur noch zeitlich begrenzt möglich ist", erinnerte Otzelberger.

Das bedeute, die Mandatsträger müssten sich die Frage stellen, ob Forchheim weiterhin eine Jugendherberge haben wolle, wo sie sein solle und wer sie betreiben könnte. "Als Stadt sind wir hier in der Pflicht", bekräftigte Otzelberger. Er regte an, mit dem Jugendherbergswerk entsprechende Gespräche aufzunehmen.

"Es gibt Klärungsbedarf", stellte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) fest. Er sicherte aber zu, dass es Gespräche geben werde mit dem Ziel, dass es auch weiterhin in Forchheim eine Jugendherberge geben soll. "Ich nehme wahr: Das ist der Tenor dieses Beschlusses", resümierte der Oberbürgermeister.


Synergien nutzen

Er wolle nicht das Totenglöckchen für die Forchheimer Jugendherberge läuten, erklärte Karl-Heinz Fleckenstein (CSU). Aber wenn schon Gespräche mit dem Jugendherbergswerk geführt würden, sei es sinnvoll, Kontakt mit dem Betreiber des Schülerwohnheimes aufzunehmen und sich rechtzeitig ein Kontingent an Übernachtungsplätzen für eine Jugendherberge zu sichern. "Wenn wir selber eine Jugendherberge bauen müssen, wird das eine teure Geschichte", fürchtete Fleckenstein. Er mahnte an, Synergie-Effekte zu nutzen. Gelinge eine Zusammenarbeit mit dem Investor des Schülerwohnheimes auch bei der Jugendherberge, hätte die Stadt das Gleiche wie jetzt, nur in neu und viel zentraler, urteilte Fleckenstein.

Kollege Udo Schönfelder ergänzte, dass das jetzige Schülerwohnheim ja noch ein paar Jahre Bestand haben werde. Überdies gehe er nicht davon aus, dass mit dem Ende des Schülerwohnheimes an der Don-Bosco-Straße auch das Ende der Forchheimer Jugendherberge verbunden sei. Er erwarte nicht, so Schönfelder, dass die Salesianer jetzt noch schnell Zuschüsse abgreifen und sich dann aus dem Jugendherbergs-Geschäft zurückziehen würden.

Auch Oberbürgermeister Uwe Kirschstein bestätigte: Es gebe keinerlei Hinweise auf ein endgültiges Aus für die Jugendherberge Forchheim.