"Das gab's ja noch nie: Außer ein paar Zahlendrehern ist nichts vom Haushaltsentwurf geändert worden", freute sich Finanzauschussmitglied Günther Hammer (SPD) nach rund fünf Stunden, in denen der Entwurf von Kämmerer Gerhard Haagen Punkt für Punkt durchgekaut und für akzeptabel befunden worden war.

Vorbildliche Vorlage


Das war eigentlich auch kein Wunder, hatte doch Oberbürgermeister Franz Stumpf mit den Verwaltungschefs bereits intensive Vorarbeit geleistet: In rund 50 Besprechungen, die im Januar und Februar stattgefunden hatten, war um Einsparungen gerungen worden. Ergebnis: Das anfängliche Haushaltsloch von rund 1,7 Millionen Euro konnte beseitigt werden. Zur Hälfte dadurch, dass die Verwaltung beauftragt wurde, die Grund- und Gewerbesteuern zu erhöhen, zur anderen Hälfte dadurch, dass Einsparungsmöglichkeiten ausgelotet wurden. So wurden bei den Personalkosten 200 000 Euro pauschal gekürzt.

Königsbad spart Energie


Gespart wurde aber auch bei den Energiekosten des Königsbades. Nein, das Wasser wird nicht kälter - aber billiger: Während im vergangenen Jahr die Tiefbrunnen noch nicht in Betrieb waren und teures Fernwasser in die Becken floss, kann jetzt eigenes Brunnenwasser eingeleitet werden. "Das macht viel aus bei einem Beckeninhalt von 1,7 Millionen Litern",erklärte Bäderchef Walter Mirschberger. Zum Anderen wird durch sparsamere Filtertechnik erreicht, dass weniger Geld abfließt. Auch die Personalkosten konnten reduziert werden. Insgesamt können so 100 000 Euro eingespart werden. Schwerpunkte des Investitionshaushaltes sind insbesondere der Neubau der Bibliothek, die Kindergartensanierungen und das Hallenbadgelände.

Positionen auf dem Prüfstand


Um die Kultur im Allgemeinen, und um die Zukunft der Musikschule im Speziellen drehten sich die Gespräche, als die Ausschussmitglieder einzelne Positionen des Etats auf den Prüfstand stellten. Udo Schönfelder (CSU) regte an, sich über die Zukunft der Kultur in Forchheim Gedanken zu machen. Man solle Institutionen, die einem wichtig sind, auf stabile Schienen stellen. Insbesondere sprach er das Junge Theater an und die Frage des künftigen Standortes. Ähnliches forderte Annete Prechtel von den Grünen. Die Diskussionen sollten aber nicht zuerst im Finanzausschuss sondern zunächst in den Fachausschüssen stattfinden. Peter Kaiser (fraktionslos) fragte nach, wie es mit dem Berufsschulgebäude weitergehe. Worauf Oberbürgermeister Franz Stumpf erklärte, dass es zwei Varianten gebe: Entweder die Montessori-Schule neu zu bauen - was nicht realistisch sei - oder man saniere das Gebäude im nächsten Jahr. Dies heiße aber noch nicht, dass man die Verlagerung des Jungen Theaters oder des Türkischen Kulturvereines damit schon ins Auge fasse. Angesichts der Ausgaben der Musikschule stellte Heinz Endres (FBF) deren Förderung in Frage. "Jeder Unternehmer stößt einen defizitären Betrieb auf kurz oder lang ab". Man zahle pro Schüler 750 Euro drauf, bestätigte Stumpf. "Wir werden das angehen müssen".
Ein heikles Thema steht mit der Diskussion der freiwilligen Leistungen der Stadt somit noch bevor. Aber zuerst will der Stadtrat Ende des Monats noch den Haushaltsentwurf endgültig absegnen.