Tagtäglich fahren gut 8000 Fahrgäste bis zu zweimal mit den Bussen des Landkreises Forchheim. Dies gab Klaus Hummel, beim Landratsamt Forchheim zuständig für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), in der jüngsten Sitzung des Kreis-Bauausschusses bekannt. "Eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen könne", zollt Kreisrat Edwin Dippacher (CSU) Beifall.

Der Wiesenttal-, Trubachtal- und Wildpark-Express nach Hundshaupten sowie der Kellerwald-Express nach Hallerndorf verzeichneten 2014 zusammen eine enorme Steigerung der Fahrgastzahlen - allein die "Bierlinie" zum Kreuzberg um 146 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Freizeitlinien des Landkreises seien damit die Spitzenreiter unter denen des gesamten VGN-Gebietes (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg).

Dabei seien diese Buslinien, die nur an Wochenenden vom 1. Mai bis 1. November verkehren, im Prinzip ein "Abfallprodukt" des regulären ÖPNV. Denn dafür fielen nur die Kosten für Dieselkraftstoff und Fahrer an. Die Abschreibung der Busse sei bereits über den normalen Linienverkehr abgedeckt. Eingesetzt seien auch hier durchweg behindertengerechte Niederflurfahrzeuge.


16.300 Personen am Tag

An Schultagen werden nach Angaben von Hummel täglich rund 16.300 Fahrgäste verzeichnet. Zieht man die 10.000 Schüler, die transportiert werden müssen, ab, bleiben immer noch bis zu 6000 Fahrgäste, die werktäglich und auch an Wochenenden die Busse nutzten.

Die 96 Busse legen pro Jahr 3,66 Millionen Kilometer im Landkreis Forchheim zurück. Davon sind 46 Niederflur-Busse mit dem besten Ausstattungsservice: Sie halten auch die zum Zeitpunkt der Ausschreibungen aktuellsten Abgasnormen ein und sind mit Klimaanlagen ausgestattet. Hinzu kämen rund 100.000 Kilometer, die über das Anruf-Sammel-, bzw Anruf-Linientaxi abgewickelt werden.


Kostendeckung 65 Prozent

Kostenpunkt: Satte zehn Millionen Euro, inklusive der Anschaffungs- und Abschreibungskosten für die Fahrzeuge. Doch 6,5 Millionen Euro kommen über den Fahrpreis wieder herein. "Dies bedeutet: Wir haben einen Zuschussbedarf von 3,5 Millionen Euro", informiert Klaus Hummel. Er unterstreicht: "Mit der 65-prozentigen Kostendeckung sind wir Spitzenreiter unter den Landkreisen in ganz Bayern." Andere seien seit einiger Zeit dabei, nachzuziehen. "Wir werden von anderen nachgeahmt", erklärt der ÖPNV-Fachbereichsleiter.


21 Cent pro Kilometer gespart

Der Grund: die Umstellung des Systems und die Neuausschreibung der Linienbündel. "Dabei haben wir es geschafft, dass alle heimischen Unternehmen, die schon vorher für den Landkreis tätig waren, erhalten geblieben sind. Niemand ist wegen der Ausschreibungen in Konkurs gegangen", freut sich Klaus Hummel in seiner Erfolgsbilanz.

Dies sei aber auch der Weitsicht der Ausschreibungsgewinner zu verdanken, die wiederum andere Kollegen als Subunternehmer beschäftigten. Umgerechnet auf den Bus-Kilometer ergeben sich fixe Unkosten von 2,73 Euro. Der Landkreis zahlt davon derzeit nur 93 Cent. Nach der Methode der Preisgestaltung vor der Umstellung wären das heute 1,14 Euro. "Das sind 21 Cent weniger, als wir auf der Preisbasis von 2005 bezahlen würden", analysiert Hummel.

Er rechnet vor: "Heute zahlen wir für dieselbe Busleistung 18 Prozent weniger als vor zehn Jahren." Mit anderen Worten: "Wir bekommen - verglichen mit den Ausgaben von 2005 - 22 Prozent oder 800.000 Kilometer der Busverkehrsleistung gratis."


Die Annafest-Busse

Gegenüber dem früheren System spare der Landkreis so gesehen pro Jahr derzeit 740.000 Euro. Ein eigenes System sind mittlerweile die Annafest-Busse. Sie fahren nach Sonderfahrplan und -tarifen, bringen die Gäste direkt bis zum Kellerwald und holen sie dort auch wieder ab.

Kritik an der Preisgestaltung, wie sie Torsten Pfeiffer aus Effeltrich auf unserer Facebookseite übt, der sich über zu teure Bus-Tickets beschwert, lässt Hummel nicht gelten. Der Einzelfahrpreis sei bewusst etwas höher angesetzt, um die Fahrgäste dazu zu bewegen, eine Rückfahrkarte zu lösen. Dies fördere die zügige Heimfahrt. Außerdem sei der geringe Mehrpreis gerechtfertigt, weil der Bus die Gäste direkt zum Kellerwald bringe.