Der Luftsportverband Bayern führt in dieser Woche die abschließenden praktischen Prüfungslehrgänge für künftige Segelfluglehrer auf dem Flughafen von Dobenreuth durch.
Das Wetter meint es dabei mit den künftigen Lehrern und Organisatoren gut. Klare Sicht und ruhige Windverhältnisse bieten gute Voraussetzungen. Der LSC Forchheim stellt die dabei erforderliche Infrastruktur. 16 Anwärter aus ganz Bayern haben sich hier eine ganze Woche lang auf dieses Ereignis vorbereitet. Dazu kommen fünf Ausbilder aus Coburg, Kitzingen, Regensburg, Neunkirchen und Forchheim sowie zwei Prüfer. Insgesamt sind um die 25 Leute zu versorgen.

Alles reibungslos

Mehr als zehn Mitglieder des LSC Forchheim verwenden dafür acht Tage lang ihre Freizeit. Nicht nur die Versorgung mit Essen und Trinken, sondern natürlich auch der Flugbetrieb müssen gewährleistet werden. Alles muss reibungslos funktionieren.

"Der Biergarten wurde in dieser Zeit zum Prüfungsgarten", schmunzelt Jürgen Hiller. Er ist Zweiter Vorsitzender und Fluglehrer des LSC. Jetzt schaut er zusammen mit seinem Kollegen Peter Hofmann, der ebenfalls vom LSC kommt, gelassen auf das Flugfeld, wo der Flugbetrieb in ruhigen Bahnen vor sich geht.

Zwei Flugzeuge des Clubs, dazu drei von Teilnehmern und noch ein Hochleistungsflugzeug sind im Einsatz. Gestartet wird nur im Schleppbetrieb. Zwei Ultraleichtflugzeuge sind im Einsatz. Die beiden Verantwortlichen legen im Gespräch besonders Wert auf ihren Anspruch, bei allem möglichst wenig Lärm zu machen. An Sonn- und Feiertagen hat man sich ausschließlich auf Windenstarts verlegt.

Auch jetzt sind alle froh, die beiden Ultraleichtflugzeuge im Einsatz zu haben. Gerade von diesem Flugzeugtyp sind sie angetan. Er bringt um die 450 Kilogramm auf die Waage. Ältere Schlepper sind oft drei Mal so schwer.
Dementsprechend effektiver gehen die Ultraleichten mit Treibstoff um. Sie sind auch wesentlich leiser. Schließlich will der LSC auch mit der Nachbarschaft ein gutes Verhältnis pflegen. Am Flugfeldrand parken zwei Segelflugzeuge, die sich in jeder Ausstellung gut machen würden.

Technik macht großen Sprung

Dabei handelt es sich unter anderem um eine Specht: eine bayerische Konstruktion aus dem Jahr 1955 mit spartanischer Innenausstattung. Sie ist von den Nachbarn aus Bamberg geliehen. Sie besitzt eine Gleitfähigkeit von 1:18. Das bedeutet: 18 Kilometer weit bei einer Höhe von 1000 Meter.

Daneben eine zeitgenössische Hightecmaschine, die es auf 1:50 bringt. Sie gehört dem Luftsportverband Bayern. Beide Typen demonstrieren, welchen großen Sprung die Flugtechnik mit den Jahren gemacht hat. Der Lehrgang hat im Januar mit einer Vorauswahlprüfung in Oberhaching begonnen. Im April mussten die Anwärter noch eine entsprechende praktische Prüfung in Schweinfurt bestehen. Nach allen Hürden in Fachbereichen wie Pädagogik und Methodik sind sie jetzt nach Dobenreuth zum abschließenden Hauptlehrgang mit Abschlussprüfung gekommen.

Zwei Prüfer sind im Einsatz. Der Prüfer sitzt entweder auf dem Lehrersitz hinter dem Prüfling, um verschiedene technische Fähigkeiten beim Flug zu testen. Oder er spielt einen unerfahrenen Fliegerneuling, der in der Luft Fehler macht.
Das erzeugt bei den geschulten Beobachtern am Boden schon einmal Heiterkeit. Sie erkennen die absichtlichen Fehler der Prüfer.

Seit inzwischen 30 Jahren gibt es das Ausbildungsprogramm. Etwa 600 Fluglehrer in ganz Bayern tun zurzeit ihren Dienst. Die Fluktuation kann bis dato somit ausgeglichen werden. "Wer in Dobenreuth fliegen lernt, der kann es", meint Hofmann. Er muss es wissen, ist er doch Landesausbildungsleiter von Bayern. Die Start- und Landebahn ist in der Tat wellig, erfordert bei ungünstigen Windverhältnissen einige Geschicklichkeit vom Piloten. Viele unterschiedliche Berufsgruppen müssen ehrenamtlich e mitanpacken, um das aufwendige Hobby technisch und finanziell im Griff zu haben.

Die Einsatzfreudigkeit im Raum um Dobenreuth gilt als besonders erfreulich. Hier scheinen die Menschen das Vereinsleben noch zu schätzen.
Die Stimmung der Aspiranten ist derweil gut, wobei sie auf die Geräte immer gut achten. "Ich bin angetan von der abwechslungsreichen, sehr reizvollen Landschaft", sagt beispielsweise Simon Grant aus Garmisch-Partenkirchen.