Darüber informiert Alexander Czech, Pressesprecher der Polizei Oberfranken, auf Nachfrage. Gegen 18 Uhr hätten Forchheimer Beamte vier Personen angetroffen und überprüft, welche die Flyer verteilten, konnten sie allerdings nicht daran hindern, ihre Arbeit fortzusetzen. "Es lag keine Straftat vor, der Inhalt der Flugblätter ist rechtlich nicht relevant", erklärt Czech. Deshalb seien der Polizei hier gewissermaßen die Hände gebunden, zumal auch ein presserechtlich Verantwortlicher, ein Mann aus Nürnberg, vermerkt ist. Man werde die Informationen und Personalien jedoch an die entsprechenden fachlichen Behörden weitergeben.

Schulterschluss der Parteien

Das Auftreten des Freien Netz Süd, das für solche Aktionen bekannt ist und vom Verfassungsschutz beobachtet wird, hat in der politischen Landschaft in Forchheim umgehend Protest hervorgerufen. Im Namen der Freien Wähler meldete sich Ludwig Preusch zu Wort und verurteilte den Flyer "als billige und plumpe Stimmungsmache genauso wie den braunen populistischen Mob, welcher ihn verfasst hat". Der als Verantwortlicher genannte Mann sei früher Mitglied in der nun verbotenen Fränkischen Aktionsfront (FAF) gewesen und habe auch Aktionen in Gräfenberg verantwortet. Dass dieser nun "Straftaten der Asylanten befürchtet, lässt einen zwangsläufig an den Bock, der zum Gärtner gemacht wurde, denken".

Auch Uwe Kirschstein verurteilt im Namen der SPD Forchheim das "infame, hinterhältige Vorgehen auf das Schärfste". Er wirbt für konzertierte Aktionen aller Parteien gegen rechte Einflüsse: "Gemeinsam mit allen demokratischen Kräften und Gruppierungen werden wir uns in Forchheim gegen jegliche, aufkeimende rechte Gesinnung zur Wehr setzen." Er schlägt damit in dieselbe Kerbe wie Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO), der auf eine überfraktionelle Zusammenarbeit gegen die Rechten setzt.

"Am Rande des Erträglichen"

Das gleiche Ziel propagiert auch der CSU-Fraktionsvorsitzende Udo Schönfelder und erinnert an eine Resolution des Stadtrats gegen Rechts. Er schreibt: "Es ist am Rande des Erträglichen, mit welchen platten, Vorurteils-schaffenden Aussagen unsere Mitbürger konfrontiert werden und es liegt auch an uns, hier auf Grundlage christlicher Wertevorstellungen Orientierung-gebend und deeskalierend zu wirken.