Immer häufiger machen Schaulustige, oder sogenannte Gaffer, negativ auf sich aufmerksam. Durch ihre Sensationsgier behindern sie Rettungskräfte, zum Beispiel bei der Rettung von schwer verletzten Personen.
"Nicht selten kommt es dabei vor, dass Unfallopfer durch Gaffer fotografiert oder sogar gefilmt werden. Dies führt soweit, dass sich Gaffer selbst in Gefahr bringen, da sie zum Beispiel im Verkehr abrupt ihre Geschwindigkeit verringern, um Fotos aufzunehmen", schreibt der Kreisfeuerwehrverband Forchheim in einer entsprechenden Pressemitteilung.


Ernste Konsequenzen

Wer Rettungsarbeiten behindert, oder sich durch sein Verhalten selbst in Gefahr bringt, hat mit ernsten Konsequenzen zu rechnen. Seitens der Polizei werden hierfür Platzverweise ausgesprochen oder Strafanzeigen erstellt.

Es ist nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands mittlerweile auch keine Seltenheit mehr, dass Angehörige vom Schicksal ihrer Verwandten aus dem Internet erfahren. Noch bevor eine traurige Nachricht durch die Polizei überbracht werden konnte, wissen es die Angehörigen vielleicht bereits aus dem Internet.
Hier gilt: Wer Unfallopfer fotografiert oder filmt und die Ergebnisse weiterverbreitet, macht sich strafbar. Jeder Mensch hat ein Recht auf sein eigenes Bild und darf frei und selbst darüber bestimmen, ob er sich zum Beispiel im Internet der Öffentlichkeit zeigt oder nicht.

Sieben Feuerwehren setzen jetzt aktiv auf einen Sichtschutz für Unfallopfer und Rettungskräfte. In einer gemeinsamen Beschaffungsaktion haben die Feuerwehren Egloffstein, Igensdorf, Neunkirchen am Brand, Hiltpoltstein, Gößweinstein, Gräfenberg und Forth (ERH) im August jeweils eine Sichtschutzwand erhalten. Koordiniert wurde diese Beschaffung durch den Kreisbrandinspektor Markus Wolf. Die mobilen Sichtschutzwände zeichnen sich durch ein schnelles und flexibles Aufstellen an den Einsatzstellen aus. Eine Wand ist etwa sieben Meter lang und 1,80 Meter hoch.

Durch die Verwendung von mehreren Wänden können endlose Sichtschutzwände zum Schutz der Unfallopfer errichtet werden.


Grausame Anblicke

Durch die Abschirmung von Rettungsarbeiten zum fließenden Verkehr, oder zu Schaulustigen, erhoffen sich die Einsatzkräfte mehr Sicherheit bei Ihrer Arbeit. Sie sollen aber auch Angehörigen eine Möglichkeit bieten, abgeschirmt und für sich alleine Abschied zu nehmen.

Unbeteiligten oder sogar Kindern sollen darüber hinaus auch Anblicke erspart werden, mit denen sie vielleicht nicht konfrontiert werden möchten oder die sie nicht so leicht verarbeiten können.