Es geht bunt zu bei einem ausgefüllten Programm. Am Freitag vor der Kerwa gilt es, die drei Kränze für den stattlichen Kerwasbaum zu binden. Der Fähnchenschmuck der Kränze ist in Gelb (Symbol für die Kirche), Blau (Bayern) und Rot (Franken) gehalten", erklärt Vorsitzender Gerhard Römer die Bedeutung. Die Mädchen binden die Schlaufen für die Schürzen der Männer, schmücken die Bar im Zelt.

Eisengestell gibt Halt

"Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau", lässt Jennifer Nögel auf dem Rücken ihres T-Shirts wissen. "Wir wollen die Jungs beim Aufstellen des Kirchweihbaumes unterstützen", erklärt sie und schenkt die nächste Maß Bier für die Burschen ein. Die holen am Samstagnachmittag den knapp 30 Meter langen Baum aus dem Staatsforst bei Reuth. Die Regnitz-Musikanten aus Burk spielten sie zum Aufstellungsort beim Vereinswirt Egelseer. Besitzer Herbert Egelseer hat das Eisengestell am Rande des Hofes, das dem Baum Halt gibt, selbst gefertigt. Stabilisiert wird der Baum durch Holzpfähle.

Als das Loch im Laufe der Jahre immer breiter und der Baum instabiler wurde, fand Herbert Egelseer die neue Lösung. Der Baum rutscht in einen Eisenschuh und findet zwischen zwei stabilen Eisenschienen zuverlässig Halt. Viele Zuschauer zieht das Schauspiel des Baum aufstellens vor der Vereinswirtschaft im Dorfzentrum an, Einheimische wie Fremde. Die Feuerwehr regelt den Verkehr. Starke Männerhände packen zu, hieven den Baum vom eisenbereiften Wagen, befestigen die drei Kränze im vollen Schmuck und bringen die reichhaltige Dekoration an der Baumspitze an.

Bräute als "Baamschubser"

Von Schwalben gestützt, das sind zwei miteinander verbundene lange Holzstangen, gewinnt der Baum schnell an Höhe. Pausen müssen sein für einen kräftigen Schluck oder einen zünftigen Gesang. So, wie es immer war. Das schöne Fachwerkhaus der Gastwirtschaft, daneben der Lindenbaum im Hof und die Blasmusik, da kommen Romantiker ins Schwärmen.

Katrin Hofmann aus Erlangen, frisch getraut, kommt im weißen Brautkleid vorbei; ebenso Nadine Galster aus Kirchehrenbach. Bei beiden handelt es sich um die "Brautentführung". Sie treffen sich hier rein zufällig, probieren aber bereitwillig das "Baamschubsen" an einer Schwalbe. Es herrscht eine angenehme, ausgelassene Stimmung. Und der Himmel macht dazu ein heiteres Gesicht.

Am heutigen Montag, 23. September, findet sich die Dorfjugend im Hof des Vereinswirts zum Betzentanz ein - in fränkischer Tracht. Das ist der letzte große Höhepunkt, bevor tags darauf die Burschen die Kerwa wieder für ein Jahr eingraben.