Der Schritt wird mit lang anhaltenden Verlusten des Standortes begründet. "Die Entscheidung war sehr schmerzlich", sagt Geschäftsführer Thomas Semmelmann, der seit Ende 2013 neu an Bord ist und zuvor für Schneider Electric tätig war. "Ohne unseren Verlustbringer kann sich das Unternehmen besser auf die profitablen Geschäftsfelder und Wachstumsmärkte konzentrieren." Habe das Werk in den ersten Jahren nach der Eröffnung 2008 noch einen Umsatz von 20 Millionen Euro erzielt, seien die Ergebnisse nun "deutlich weniger", erklärt Semmelmann. Deshalb war die Zahl der ursprünglich 130 Mitarbeiter zuletzt immer wieder reduziert worden. In Forchheim bleiben wird die Firmenzentrale mit derzeit acht Beschäftigten - zumindest vorerst. Einen Umzug im Raum Erlangen-Nürnberg schließt Semmelmann mittelfristig nicht aus.

Es soll einen Sozialplan geben

Die Folgen für betroffene Arbeitnehmer sollen durch einen Sozialplan gemildert werden. Dabei helfe die gute Arbeitsmarktlage in Mittel- und Oberfranken. Gleichzeitig will der Mittelständler mit dann noch etwa 300 Arbeitsplätzen seine gesellschaftsrechtliche Struktur umbauen. Die über viele Jahre sehr erfolgreichen Standorte Bremen (Automatisierungstechnik und Schiffbau) sowie St. Ingbert im Saarland (Schalthauscontainer) werden in eigenständige GmbHs ausgegliedert, um das dort vorhandene Wachstum zu stützen.

Semmelmann ist angetreten, um neben dem starken Bestandsgeschäft der Feag mit Siemens das Neukundengeschäft zu forcieren. Weitere Elemente seines Konzeptes sind Produktivitätssteigerung, nachhaltige Innovationskraft durch Produktentwicklung sowie ein stärkeres Lösungsgeschäft. Feag entwickelt Schaltanlagen für Kraftwerke, Industrieanlagen und die Verkehrstechnik von der Bahnindustrie bis hin zu U-Booten.

Insgesamt 350 Beschäftigte

Die bis 1996 zum Siemens-Konzern gehörende Feag wird seit acht Jahren von der Berliner Investorengruppe um Schüring & Andreas gehalten, die langfristig zum Unternehmen stehe. "Auch unsere Kunden, Banken und Finanzierungspartner unterstützen den eingeschlagenen Kurs", sagt der Hauptgesellschafter und Mitgeschäftsführer Hermann Andreas. Feag beschäftigt derzeit rund 350 Mitarbeiter in vier Niederlassungen und sechs Vertriebsstandorten in Deutschland.