Ihren Unmut über den ihrer nach Ansicht nach zu heftigen Schwerlastverkehr haben die Kunreuther jüngst wieder in ihrer Gemeinderatssitzung zum Ausdruck gebracht. Die Kunreuther fürchten nun, dass sich dieses Ärgernis mit der Änderung des Flächennutzungsplans der Firma Schotterwerk Endreß in Gräfenberg noch vergrößern könnte. Der Flächennutzungsplan liegt derzeit öffentlich aus.

Rechtliche Folgen hat die Kunreuther allerdings nicht, nachdem der Flächennutzungsplan bereits verabschiedet worden ist.
Die Klagen der Kunreuther kann der Gräfenberger Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) durchaus nachvollziehen. Auch seine Stadt Stadt fahren viele Laster von und zu den beiden Gräfenberger Steinbrüchen.
"Das Phänomen ist aber landauf und ab zu beobachten", hebt Nekolla die Angelegenheit ins Grundsätzliche. Einen Grund dafür sieht er darin, dass viele Firmen die Lagerhaltung auf die Straße ausgelagert haben. Dies aber habe mit dem geplanten Sondergebiet in Gräfenberg nichts zu tun.


Hügel wird abgebaut

Mit dem Flächennutzungsplan der Firma Schotterwerk Endreß habe das aber nichts zu tun. Vor allem ist es keine Erweiterung. "Die Stadt wollte schon immer, dass auch die Verwaltung der Firma Endreß hier in Gräfenberg angesiedelt ist", erklärte der Gräfenberger Bürgermeister. Derzeit sitzt die Verwaltung in Eckental.
Dazu müssten aber die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Entsprechend wird derzeit der Hügel abgebaut, um das Verwaltungs- und Logistikzentrum nach Gräfenberg zu holen. Aber das Vorhaben liegt im Außenbereich und jeder Bauantrag müsste mit Sondergenehmigung aufwendig beantragt werden.


Vorschlag des Landratsamts

"Das Landratsamt machte dann den Vorschlag, ein Sondergebiet auszuweisen", erläutert Nekolla den Sachverhalt.
"Steinbruch und Baustoffe" heißt das entsprechende Sondergebiet. Dieses Sondergebiet gibt sowohl der Stadt als auch dem Schotterwerksbesitzer Endreß Sicherheit. Die Stadt hat die Sicherheit, dass nichts Außerplanmäßiges gebaut wird. Das Unternehmen kann sich ihrerseits sicher darauf einstellen, wohin sie was in welchem Rahmen bauen darf.

"Die Änderung wurde beantragt, um Rechtssicherheit zu schaffen. Mit einer Erweiterung hat das nichts zu tun. Es wird auch nicht mehr Gestein abgebaut", betont Wolfgang Endreß. Vor allem aber müsste alles, was nicht im derzeitigen Flächennutzungsplan festgesetzt ist, wieder rückgebaut werden. Das würde auch für das neue Verwaltungsgebäude gelten.

"Es macht aber wenig Sinn, wenn ein neues attraktives Verwaltungsgebäude wieder abgebaut werden muss, während die alten bleiben", sagt Nekolla dazu. Ein geänderter Flächennutzungsplan würde indes auch den Rückbau regeln, das neue Gebäude müsste nicht rückgebaut werden.