Viele der Feuerwehrleute haben noch die Bilder der Überschwemmungen in Südbayern von Juni dieses Jahres im Kopf. Solche Ereignisse gehen nicht spurlos an den ehrenamtlichen Einsatzkräften vorbei und viele machen sich Gedanken, was man im Fall der Fälle als Feuerwehr tun kann.

Genau aus diesem Grund fand im Juli in Gräfenberg eine außergewöhnliche Einsatzübung statt. Auf dem Betriebsgelände der Firma Endress übten insgesamt zwölf Feuerwehren zusammen mit dem Technischen Hilfswerk die Bewältigung eins solchen Sturzregenereignisses. Das gleichnamige Übungskonzept wurde von den Führungskräften des Inspektionsbereiches drei und Kreisbrandrat Oliver Flake ausgearbeitet.

Auf dem Betriebsgelände hatte sich über die letzten Monate eine Mulde im Gestein mit Wasser gefüllt. Dieser rund 5000 Quadratmeter große und teilweise bis zu sechs Meter tiefe See bot den Einsatzkräften optimale Bedingungen, ihre Pumpen über mehrere Stunden hinweg mit Volllast zu betreiben. Darüber hinaus hatten die Hochwassereinsätze der Vergangenheit gezeigt, dass die einheitliche Führung von verschiedenen beteiligten Organisationen geübt werden muss. Die Feuerwehren aus Gräfenberg, Weißenohe, Egloffstein, Hetzles, Walkersbrunn, Dorfhaus, Haidhof, Thuisbrunn, Lilling, Kasberg, Reuth und Guttenburg trafen zusammen mit dem Technischen Hilfswerk aus Forchheim gegen 8.30 Uhr am Sammelplatz ein. Ein Vorauskommando, bestehend aus einigen Führungskräften der Kreisbrandinspektion sowie der Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung, erkundeten bereits das angenommene Schadensgebiet. Dieses wurde in mehrere Einsatzabschnitte aufgeteilt und die Einsatzkräfte nach und nach aus dem Sammelraum ins Schadensgebiet beordert. Über Stunden übte man mit elf Tragkraftspritzen und der Hannibal-Pumpe des THW Forchheim den Lenzbetrieb und die Förderung von Schmutzwasser in größeren Mengen.

Hierfür waren mehrere hundert Meter Schläuche durch den Schlauchwagen der Feuerwehr Reuth verlegt worden. Auch das kombinieren von Feuerwehr- und THW-Armaturen stellte sich als eine kleine Herausforderung heraus, die es zu meistern galt. Die Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung koordinierte zusammen mit Kreisbrandrat Oliver Flake, der als Übungsleiter fungierte, die Einsatzübung. Die Kommunikation wurde dabei über den neuen Digitalfunk abgewickelt. Gegen 13.30 Uhr hieß es dann für die beteiligten Einheiten "Übungsende". Nach den schweißtreibenden Aufräumarbeiten ließ man die Übung bei einer kurzen Nachbesprechung Revue passieren. Insgesamt wurden an diesem Tag über drei Millionen Liter Schmutzwasser umgepumpt. Dank galt der Firma Wolfgang Endress Kalk- und Schotterwerk für die Möglichkeit, ein solches Übungsszenario auf dem Betriebsgelände durchzuspielen Florian Burkhardt