Der Grundstein für das neue Gebäude der Achsenfabrik steht bereit. Noch nie zuvor wurde eine Grundsteinlegung besonders gefeiert. Dazu war in den früheren Jahren keine Zeit. NAF-Besitzer Jochen Weyhausen-Sauer erinnert sich, von den Aufträgen, dem Markt und neuen Ideen getrieben gewesen zu sein. Bis man an eine Grundsteinlegung dachte, war der Bau schon begonnen. Für den 21. Bauabschnitt der NAF aber ist alles vorbereitet.

Es entsteht eine neue Lackieranlage, bei der umweltfreundliche und energieeffiziente Technologien eingesetzt werden sollen, um Ressourcen zu schonen. Direkt mit dem Oberflächenzentrum verbunden wird ein fünfgeschossiger Kopfbau entstehen, um die Verwaltung, den Empfang und die Büroräume unterzubringen. Die Kosten dafür betragen insgesamt 16 Millionen Euro. Bis zum Frühjahr sollen die Lackierhalle, die Lackieranlagen und der Rohbau für den Bürokomplex abgeschlossen sein. Eine Zeitkapsel soll an das Ereignis erinnern. Weyhausen-Sauer füllte sie mit einer Ausgabe des "Fränkischen Tags" vom Tag der Grundsteinlegung, mit 25 Euro in Scheinen, einigen Münzen, einem Prospekt mit den NAF-Produkten, einem Bauplan und der Rede des Firmenbesitzers.


"Unglaublich, was die Mitarbeiter geleister haben"

Das Gemeinsame, das harmonische Miteinander sei ihm wichtig, sagte Weyhausen-Sauer, und ließ die Anfänge der Firmengeschichte wieder lebendig werden. Er erinnerte an die Zeit der Firmengründung unter Bürgermeister Georg Hemmerlein. Die Firma kam damals zur Atlas Weyhausen Gruppe. "Bagger und Krane waren deren Hauptgeschäft", sagte Weyhausen-Sauer. Er war Betriebsleiter der Bagger musste feststellen, dass Achsen, die benötigt wurden, nicht lieferbar waren. Schnelles Handeln war gefordert, die NAF wurde zum Kauf angeboten. Die konnte damals 15 bis 20 Sätze Achsen im Monat liefern, gebraucht wurden aber 100, schließlich lief es am Bau. "Wir hatten neun Monate Zeit, um aus der NAF eine Achsenfabrik zu machen", erinnerte sich Weyhausen-Sauer. "Es ist unglaublich, was die Mitarbeiter damals geleistet haben."

Viele der Produkte seien noch heute das Rückgrat der NAF, die sich auch im internationalen Wettbewerb halte. "Über einen so langen Zeitraum, immerhin 57 Jahre, kann sich eine Firma nur auf dem Markt behaupten, wenn sie nicht nur auf der Höhe der Zeit ist, sondern immer einen Schritt voraus. Die NAF hat sich die Innovation buchstäblich auf die Fahne geschrieben", sagte Bürgermeister Heinz Richter in Anspielung auf das Logo "Driven by Innovation". "Für Neunkirchen ist die NAF mit derzeit 500 Arbeitsplätzen der wichtigste Arbeitgeber und damit ein echter Glücksfall", freute sich Richter. Auch Landrat Hermann Ulm nannte die Investition als Gewinn für den gesamten Landkreis. Die NAF biete den Menschen vor Ort, die ihre Lebens- und Schaffenskraft in den Betrieb einbringen, zudem Sicherheit.