Kluftinger hat ein Gesicht und heißt mit Vornamen Michael. Das ist ganz knapp zusammengefasst, was der Auftritt von Michael Kobr und Volker Klüpfel bei der Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Blätterwald nicht nur für eingefleischte Fans des schrulligen Allgäuer Kriminalkommissars beinhaltete. Das Autorenduo las nicht, es spielte die Szenen aus dem neunten Roman um die kriminalistische Kultfigur. "Achtung, Lesensgefahr!" war der ausverkaufte Abend beim Sponsor Sparkasse überschrieben. Doch das greift zu kurz.

Seit dem ersten Band ist es ein Rätsel, wie denn nun der - dem Träger offenbar ungemein peinliche - Vorname lautet. Ein "A" tauchte mal als Hinweis auf und in diesem Band (nicht vorgetragen) die Kurzform "Bertele". Das Versteckspiel mag weitergehen, behauptet doch auch Co-Autor Klüpfel steif und fest, der Name sei von Anfang an festgestanden und sogar im Tresor hinterlegt. Dennoch hat die obige Kurzfassung ihre Berechtigung, gibt doch Kobr auf der Bühne einen Mann mit leichtem Allgäuer Dialekt, wie man sich den Kultkommissar vorstellen kann. Und Klüpfel ist manchmal ein Gscheithaferl von einem Doktor Langhammer, eine höchstkrimiaffine Kinobesitzerin oder Kluftis Ehefrau, die ihn, das gestandene Mannsbild, "Butzele" nennt.

Die ersten Ansätze zu der nun so erfolgreichen Krimireihe sind übrigens in Erlangen entstanden. Denn dort studierte Kobr. Klüpfel dagegen in Bamberg, Politologie, auch wenn das Studienfach angesichts des prallen Humors in den Büchern nicht zu passen scheint. Forchheim, so behaupteten die beiden, kennen sie gut - vom Durchfahren. Klüpfel erinnert sich auch an einen Besuch; nicht auf dem Annafest, wie man bei Studiosi vermuten könnte, sondern auf dem Weihnachtsmarkt, der sich bei ihm wiederum aber nicht besonders eingebrannt hat.

Gelesen wird mit verteilten Rollen, mit allen Kniffen des Theaters - samt scheinbaren Extemporierens, bei dem ein wenig am Privatleben (oder einer Fiktion desselben) gekratzt wird. Nach dieser Methode - es wäre sprachlich vorstellbar - schreibt das Duo nicht. Jeder, so berichtete Klüpfel, während er zahlreiche Autogramme gab, nimmt sich eine Szene, ein Kapitel vor, recherchiert selbständig und schreibt seine Fassung nieder. Erst dann geht das Manuskript an den Partner. Rund ein Jahr arbeiten die beiden an jeder Folge, nicht wenig davon in Zügen, mit denen sie zu ihren zahlreichen Lesungen in ganz Deutschland unterwegs sind, seit sie vor sechs Jahren ihre bisherige Tätigkeit als Lehrer bzw. Redakteur aufgegeben haben. "Band zehn ist in Arbeit", versicherten die beiden.


Heute im Blätterwald

Maximilian Buddenbohm, Blogger des Jahres 2014, tritt, Donnerstag, heute unter dem Motto "Meine Familie, das Chaos und ich - Geschichten über das Erwachsenwerden" in der Herder-Ehrenbürg-Mensa auf. Karten zu 7 Euro gibt es in der Hauptstelle der Sparkasse, Klosterstraße 14, sowie unter www.sparkasse-forchheim.de.