Maryuri ist 21 Jahre alt und von Geburt an querschnittsgelähmt. Sie und ihre allein erziehende Mutter Francisca leben in Huacas, Guanacaste, Costa Rica. "Dem Mädchen mit einem an ihren Körper angepassten orthopädischen Rollstuhl ein Stück Lebensqualität zurückzugeben, ist das Hauptziel unseres Einsatzes gewesen", erläutert Patrick Schroll und begrüßt die große Solidarität der Spender: "Wir sind von der Hilfsbereitschaft der Menschen überwältigt". Ende Februar stellte "Chancen schenken" sein erstes Hilfsprojekt für Costa Rica vor - worauf binnen kurzer Zeit und länderübergreifend mehr als 3000 Euro an Spenden einflossen.
"Selbst vor Ort zu sein und somit zu gewährleisten, dass die Hilfe vollständig und ohne Umwege ankommt, ist uns ein großes Anliegen", erklärt Vorstandsmitglied Olivier Besombes. Deshalb ist er im Rahmen seines Studiums für ein dreimonatiges Fremdsprachenpraktikum nach Costa Rica gereist. Er möchte durch den Förderverein etwas bewegen. Dabei sollen die bereits bestehenden Kontakte zur einheimischen Bevölkerung genutzt werden, um die Arbeit effizienter zu gestalten.
Als Freiwilliger der lokalen Organisation Asociación CEPIA Costa Rica, für die er schon 2009 gearbeitet hat, ist der Student nach wenigen Tagen auf den Fall der jungen Maryuri gestoßen. So wurde in Absprache mit Fördervereinsgründer und -vorsitzendem Patrick Schroll, das erste offizielle Spendenprojekt von "Chancen schenken" gestartet.
Olivier Besombes konnte schon bald Maryuri und Francisca mit dem neuen Rollstuhl überraschen. Den Tränen nah schildert er: "Es ist ein sehr starkes Gefühl, wenn eine Mutter vor Freude zu weinen beginnt und einem dankend um den Hals fällt."

Das Ziel ist erreicht


Schon bald folgte der erste gemeinsame Ausflug mit Maryuri an den Strand! Diese unvergesslich schönen Stunden, die warmen Sonnenstrahlen, der weiche Sand und das kalte Wasser auf ihrer Haut lassen die junge Frau aufblühen und tun ihr sichtlich gut. Das Ziel ist erreicht!
Kurz vor seiner Abreise wollte Olivier die Gelegenheit nutzen, um die kleine Familie ein letztes Mal zu besuchen. Da es zugleich sein Abschied ist, sollte auch dieser Moment ein ganz besonderer werden. Noch am Vormittag ging er für Maryuri und ihre Mutter einkaufen und besorgte neben einer bunten Mischung aus Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Küchenmaterial vor allem eine große Anzahl an speziellen Windeln, die Francisca für die tagtägliche Pflege ihrer Tochter benötigt. Ihr Vorrat ist somit für mehr als einen Monat gesichert.
Zum krönenden Abschluss des Projekts setzte Olivier am letzten Wochenende seines Aufenthaltes in Costa Rica noch einmal ein starkes Zeichen: Die Studentin Cristel, die dank Patrick Schrolls früherem Einsatz bereits einen für ihr Wirtschaftsstudium dringend notwendigen Englischkurs besuchen konnte, bekam von Olivier ein weiteres viermonatiges Sprachseminar finanziert. Sie selbst und ihre Geschwister werden zudem mit wichtigem Schulmaterial ausgerüstet. Im Laufe der ganzen Aktion wurden parallel auch mehrere Schuluniformen beschafft, "ohne die den armen Kindern der Zugang zur Schulbildung verwehrt bleibt", so Olivier. Ein Schulraum von CEPIA kann zudem mit einer Tafel und Ventilatoren ausgestattet werden.

Verein fit für die Zukunft


Als Nächstes soll die Jahreshauptversammlung des Vereins vorbereitet werden. Noch gilt es, die Satzung zu konkretisieren, um als eingetragener Verein auch die Gemeinnützigkeit vom Finanzamt anerkannt zu bekommen - Grundvoraussetzung, um Spendenquittungen ausstellen zu dürfen. ft