Es wirkt riskant und gefährlich, das Gelände des Hochseilparcours neben der Burg Feuerstein. Wer hier herumläuft, wird deshalb auch sofort von den Ausbildern oder Trainern angewiesen, sich umgehend einen roten Helm aus der kleinen Hütte zu holen und ihn vor allem auch aufzusetzen. Sicherheit, das wird jedem Besucher sofort klar, wird hier ganz groß geschrieben.

Am Sonntag hat die Ausbildung zum Hochseilgartentrainer begonnen; der Kurs geht noch bis Samstag und endet dann mit einer schriftlichen und praktischen Prüfung.

Frage der Motivation

Der 20-jährige Daniel Eberle aus Ebermannstadt studiert Mathematik. Die Hochseilgärten üben schon immer eine große Faszination auf ihn aus. "Ich habe die in Betzenstein und Pottenstein besucht. Das macht richtig Spaß", lacht der junge Mann. In der Zeitung hatte er von der Ausbildung auf Burg Feuerstein gelesen; er war zum Schnupperkurs gekommen und hatte sich dann für die Ausbildung angemeldet.

Am ersten Tag trifft Daniel Eberle die anderen Teilnehmer. Man lernt sich kennen, informiert sich über die Motivation der anderen und kommt mit der Theorie in Berührung. Unter den Teilnehmern ist auch Sophie Eisele aus Nürnberg. Sie studiert Sozialpädagogik und macht gerade Semesterpraktikum auf Burg Feuerstein. Sie will das Gelernte später weiter verwenden. Daniel Eberle will später zwar nicht als Trainer arbeiten; er hofft allerdings, dass die Zusatzausbildung gut in Bewerbungsgesprächen ankommt. Die Mehrzahl in dieser Gruppe studiert Pädagogik, so auch Leo Heinemann.

Er leitet bereits Orientierungstage auf Burg Feuerstein und engagiert sich ehrenamtlich. Sie alle sind schwindelfrei und haben keine Höhenangst - Grundvoraussetzungen für diese Ausbildung.

Gemeinsame Übungen

Aber sie haben einen gesunden Respekt vor der Höhe. Gleich am zweiten Tag geht es auf den Hochseilparcours. Die Auszubildenden nehmen die Rolle von Teilnehmern ein. Immer zwei Teilnehmer üben gemeinsam.

Es gibt einen Team- und einen Selbstsicherungsbereich, in dem der Einzelne stärker auf sich selbst gestellt ist. Es gibt waghalsig aussehende hohe, aber auch niedrige Holz- und Seilelemente in Absprunghöhe. "Die können einerseits zum Herantasten genutzt werden, andererseits sind sie wichtig für die Teamentwicklung" erklärt Ausbilderin Susanne Grüner. Am Abend lernt Daniel Eberle einen neuen Knoten - den sogenannten Knoten des Tages. "Oft werden hier der gelegte und der gesteckte Achter genutzt", erklärt Sophie Eisele und zeigt, dass der Knoten seinen Namen durch die Form des Legens bekommen hat und sehr belastbar ist.

Anfängliches Kribbeln

In den nächsten Tagen stehen immer wieder neue Übungen auf dem Programm. Ganz wichtig ist auch die richtige Kommunikation, denn Sicherheit hat Priorität.

"Darf ich meine Selbstsicherung eins einhängen?", fragt der Auszubildende in der Rolle des Teilnehmers. Der Auszubildende in der Rolle des Trainers antwortet, nachdem er die Umgebung kontrolliert hat: "Ja, du darfst deine Selbstsicherung eins einhängen."

Am Anfang kribbelte es im Bauch von Leo Heinemann und Sophie Eisele noch ziemlich. Doch je mehr sie üben, umso professioneller werden sie. "Wir haben sogar geübt, wie wir mit Störenfrieden umgehen", sagt Daniel Eberle.

Der Hochseilparcours auf Burg Feuerstein hat für Sabine Grüner durchaus auch eine pädagogische Dimension. Gruppen würden hier immer von mindestens zwei Trainern betreut werden. Vorneweg würden Ziele und Motivation besprochen, danach reflektierten die Teilnehmer nochmals selbst ihre Beweggründe. "Deshalb ist die Ausbildung unserer Trainer und deren Weiterbildung auch sehr wichtig für uns", sagt Sabine Grüner.