Wann wird mehr mit dem Feuer gespielt als an Silvester? Wenn es dann zum Einsatz der Feuerwehr kommt, kann es aber unter Umständen teuer werden. Zumindest dann, wenn dem Verursacher vorsätzliches oder fahrlässiges Handeln nachgewiesen werden kann.

Weitgehend kostenfrei waren die Einsätze noch zu Zeiten der Feuerschutzabgabe. Diese aber wurde 1995 vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt. Der bisher kostenfreie Rahmen musste neu überdacht werden, die Gemeinden haben seitdem die Möglichkeit, Kosten für den Einsatz ihrer Feuerwehr zu verlangen. "Es ist jedoch festzuhalten, dass die Kostenfreiheit für den ursprünglichen Kernbereich der Feuerwehrtätigkeiten, den abwehrenden Brandschutz, im Grundsatz aufrecht erhalten wurde", erklärt Kreisbrandrat Oliver Flake.
Aber es gibt auch Ausnahmen von der Regel - wenn Einsätze durch eine vorsätzliche oder grob fahrlässig hervorgerufene Gefahr veranlasst wurden oder bei einer grob fahrlässigen oder vorsätzlichen Falschalarmierung.


Nicht im Ermessen der Feuerwehr

Da wäre beispielsweise der Jugendliche, der mit Kumpels schon vor Mitternacht Feuerwerkskörper zündet, aber dies in der Scheune tut, um von den Eltern nicht erwischt zu werden. Die Scheune fängt Feuer. Oder da wäre die Familie, die ihre Raketen windgeschützt neben dem Gartenhaus zündet, was dummerweise einen Brand auslöst. Ob der vorliegende Fall ein kostenpflichtiger Einsatz ist und wie teuer dieser dann für den Bürger wird, liegt allerdings nicht im Ermessen der Feuerwehr selbst.

"Die Feuerwehr kommt und hilft immer, ohne die Ursache zu hinterfragen", betont Flake. Für die Entscheidung sind dann andere zuständig. Das regeln Polizei, Versicherungen oder Staatsanwaltschaften. Die Feuerwehren selbst empfehlen lediglich einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu Scheunen, Ställen oder Lagertanks mit brennbaren Flüssigkeiten und auch Gasen.

Wer Feuerwerkskörper in Wohnungen zündet oder ins offene Fenster in Personengruppen wirft, macht sich ebenfalls des Vorsatzes oder der Fahrlässigkeit schuldig.


Unterschiedliche Kosten

In manchen Altstädten ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten, nennt Flake ein weiteres Beispiel, deren Zuwiderhandlung zu einem kostenpflichtigen Einsatz führen würde. Kommt es zum Einsatz, kann es teuer werden.

Die Kommunen orientieren sich in der Regel an der Mustersatzung des Bayerischen Gemeindetags. Allerdings können die Kosten von Kommune zu Kommune unterschiedlich sein. An der Mustersatzung angelehnte Kosten beziffern anfallende Streckenkosten mit je nach Einsatzfahrzeug zwischen drei Euro und fast acht Euro pro angefangenem Kilometer Wegstrecke vom Feuerwehrhaus aus.

Die Ausrückstundenkosten betragen je nach Fahrzeug zwischen 28 und 144 Euro. Ferner können noch Arbeitsstundenkosten bei Verwendung verschiedener Geräte und Personalkosten oder Materialkosten hinzukommen.
"Wenn man mit der nötigen Umsicht und mit gesundem Menschenverstand sein Silvesterfeuerwerk zündet, wird es auch bei einem etwaigen Brandereignis zu keiner unliebsamen Kostenrechnung kommen", sagt Flake.