Einen Zwischenstand nannte Michael Link vom Ingenieurbüro Gartiser, Germann und Piewak, einem Fachbüro für Geotechnik und Umwelt seine Ergebnisse zur geplanten Sanierung der ehemaligen Mülldeponie "Breitenbach II". Seit den 60er Jahren lagern unmittelbar neben einem Wasserschutzgebiet rund 10.000 Tonnen Müll.

"Es ist das klassische Potpourri einer Hausmülldeponie mit Glas, Papier und Folien, alten Autoreifen, Schrott-Öfen und weiterem unbrauchbar gewordenem Hausrat", informierte Michael Link. Darunter finde sich "schwarze Pampe", der Aue-Lehm, der wie eine Sperre wirke. Dank dieser Pufferzone könne Sickerwasser der Deponie nicht in den Untergrund gelangen.


Viel Dreck aber ungefährlich

"Da ist viel Dreck drin", bestätigte Michael Link. Die Auswirkungen auf die Umwelt seien aber gering. Eine wirkliche Gefahr gehe von der ehemaligen Mülldeponie nicht aus, behauptete Link. Das hätten die Ergebnisse von Trinkwasser-Messtellen gezeigt, die auf dem Deponiekörper und in unmittelbarere Nähe eingerichtet wurden, gezeigt. Eine zwingende Sanierung sei auf Grund der Messergebnisse nicht notwendig.

Dennoch soll eine Sanierung in Angriff genommen werden. Die "Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern" (GAB) habe dafür sogar eine finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt. Der Grund: Von der nicht befestigten Böschung der Deponie rutscht immer wieder ein Stück ins Wasser. Die Folge: "Material der Deponie wird durch Hochwasser Richtung Ebermannstadt weiter geschleppt." Dies hätten Analysen bestätigt.

"Wir mussten nicht lange suchen bis wir fündig wurden", erzählt Link. Selbst 200 Meter weiter Richtung Stand fand sich im Breitenbach aus der Deponie ausgeschwemmtes Material, wie beispielsweise eine alte Schreibmaschine. Das sei aber kein Einzel-Fundstück gewesen. Deponie-Material sei selbst hunderte Meter stadteinwärts in großen Mengen zu finden, so Link.


Vor Hochwasser schützen

Deshalb laute die Aufgabe: Die Deponie muss so gesichert werden, dass sie selbst einem großen Hochwasser standhält. Untersuchungen hätten gezeigt, dass der Pegel des Breitenbaches selbst bei einem extremen Hochwasser um maximal anderthalb Meter steigt. Bis zu dieser Höhe müsse die Deponie entsprechend gesichert werden.

Als sicherste Möglichkeit schlug der Experte vor, das gesamt Deponiegut zu entsorgen. "Dann ist es ein für allemal weg." Aber das könnte teuer werden. Da könnten bis zu 300 000 Euro an Kosten anfallen, erläuterte Link. Als günstigere Variante plädierte er für einen Erosionsschutz der östlichen Deponiewand. Diese Möglichkeit sei sowohl wirtschaftlich, als auch landschaftsverträglich. Genaue Kosten könnte der Umweltingenieur allerdings (noch) nicht nennen.


Geringer Eingriff

Das Verfahren sieht vor, eine Spundwand einzubringen, damit kein Material mehr in das Flussbett nachrutschen kann.

Dazu müsse nur am Fuß der Böschung ein relativ schmaler Streifen abgetragen werden, der aber nicht abtranportiert werden müsse, sondern hinter der Spundwand wieder deponiert werden könne.

Im Sinne einer naturnahen Gestaltung könnten zwischen Bachlauf und Spundwand Wasserbausteine eingebracht werden. Eine Pionierpflanzung mit Efeu und Weiden würde dafür sorgen, dass schon in relativ kurzer Zeit von dem Eingriff nichts mehr zu sehen sei.

Die Arbeiten hielten sich in Grenzen. Es gibt wenig Aushub und der Eingriff in die Landschaft ist gering. "Wir brauchen lediglich eine Baustraße", informierte Link. Die Mitglieder des Umweltausschusses beauftragten die Verwaltung, diese Planung mit den Fachbehörden abzustimmen und die Kosten zu ermitteln.