Über einen Geldsegen in Höhe von 300 000 Euro kann sich die Marktgemeinde freuen. Mit dieser "Stabilisierungshilfe" versucht der bayerische Staat, verschuldeten Gemeinden Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.
Deshalb ist die Verwendung des Geldes reglementiert und darf nicht für neue Projekte hergenommen werden, sondern nur dazu, um den Schuldenstand zu reduzieren. Aus diesem Grund wird die Marktgemeinde noch in diesem Jahr zwei Altkredite über 121 000 Euro und über 123 000 Euro ablösen, die noch mit vier Prozent verzinst waren, was allein hier schon 10 000 Euro an Zinsersparnis im Jahr bedeutet. Die restlichen 50 000 Euro werden als Tagesgeld angelegt, um im Sommer nächsten Jahres weitere Kredite abzulösen.

Um das Geld behalten zu können, muss die Gemeinde allerdings bis Ende dieses Jahres ein Haushaltskonsolidierungskonzept erstellen, das über fünf Jahre fortgeschrieben und eingehalten werden muss. Dazu gehört der Nachweis, alle gemeindeeigenen Steuern und Gebühren auf dem Landesdurchschnitt anzuheben. "Das haben wir vor Jahren schon gemacht", bemerkte Kämmerin Gudrun Förtsch in der jüngsten Gemeinderatsitzung.

Auf den Prüfstand

Außerdem müssen alle freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand und Ausgaben soweit gemindert werden, dass der Haushalt auf Dauer konsolidiert und Schulden abgebaut werden. Ab sofort gelte deshalb die Parole, so Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU), neue Projekte nur dann anzugehen, wenn dafür im laufenden Haushalt Geld zur Verfügung steht. "Ist aber auch kein Problem", so der Bürgermeister, "wir drehen seit Jahren jeden Pfennig zwei Mal um, bevor wir ihn ausgeben."

Inwieweit defizitäre Eigenbetriebe wie das Freibad davon betroffen sind, konnte Förtsch auf Anfrage von Gemeinderätin Emilie Riedl (UGL) noch nicht beurteilen. Auf jeden Fall wolle die Verwaltung gegenüber den Behörden das Argument anführen, dass dieses Freibad von den Bürgern gewollt sei, der Steigerung der Lebensqualität diene und daher auch als defizitärer Betrieb erhalten bleiben müsse.

Förtsch sagte weiter: "Das Gute an der Stabilitätshilfe ist: Sollte sich herausstellen, dass alle Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg zeitigen, könnte es sogar eine weitere Rate geben."

Ein weiterer Punkt der Tagesordnung zur jüngsten Gemeinderatssitzung war die geplante Änderung des Flächennutzungsplanes für Rothenhof. Einstimmig beschlossen wurde die Variante, die die dortigen Einwohnern am wenigsten kostet: die Änderung des Planes im Bereich der bebauten Grundstücke auf Ausweisung eines Mischgebietes. Die Kosten in Höhe von rund 6000 Euro werden zur Hälfte von dem Bauwerber gezahlt, der die Änderung gewollt hat. Die andere Hälfte geht zu Lasten der Gemeindekasse.

Ursprünglich wollte das Landratsamt die Gelegenheit nutzen und auch bisher unbebaute Grundstücke einbeziehen: Das hätte aber bedeutet, dass die Rothenhofer für diese Flächen dann Wasser- und Abwassergebühr zahlen müssten, auch wenn in absehbarer Zeit kein Haus auf der neu ausgewiesenen Fläche gebaut wird.
Bürgermeister Förtsch teilte noch mit, dass beim nächsten Gemeindeblatt ein Fragebogen enthalten sein wird, auf dem Energieverbrauchszahlen abfragt werden. Der Fragebogen sollte nicht ignoriert werden, denn er sei Teil des neuen Energiekonzeptes für den Markt Egloffstein, erklärte der Bürgermeister. Damit solle ermittelt werden, wie hoch der Energieverbrauch in den einzelnen Gemeindeteilen ist.

Selbst Strom erzeugen

Für den Hauptort Egloffstein ist ein Blockheizkraftwerk angedacht, dass einerseits Strom erzeugt, der ins gemeindeeigene Netz eingespeist wird. Die dabei gewonnene Abwärme andererseits soll per Ringleitung die gemeindeeigenen Gebäude Schule, Feuerwehrhaus, Kindergarten sowie das Freibad mit Heizenergie versorgen.