Der Entwurf des Haushaltplanes und der Haushaltssatzung für das Jahr 2016 war den Effeltricher Räten bereits mit der Sitzungseinladung als Tischvorlage zugegangen. Vertiefende Fragen beantwortete die Kämmerin Christine Keusch. Der Haushaltsplan 2016 hat ein Gesamtvolumen von 5,65 Millionen Euro. Davon entfallen 4,08 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und 1,56 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt.
Die Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt beträgt 238 640 Euro. Damit ist die vorgeschriebene Mindestzuführung von 141 000 Euro zur Finanzierung von Tilgungsbeträgen nachgewiesen; der Überschuss von 97 640 Euro fließt dem Vermögenshaushalt zu. Als Rücklagenentnahme für 2016 sind 1,10 Millionen Euro vorgesehen. Kreditaufnahmen wird es heuer nicht geben.
Der Höchstbetrag der Kassenkredite zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben liegt bei 681 475 Euro. Bei einem voraussichtlichen Schuldenstand zum 31. Dezember von 2,02 Millionen Euro, einem Zinsaufwand für bestehende Darlehen von 59 000 Euro sowie Tilgungskosten in Höhe von 141 000 Euro wird die Pro-Kopf-Verschuldung der 2548 Effeltricher Bürger zum Jahresende bei 793 Euro liegen. Somit zahlt jeder Effeltricher für Zins und Tilgung 78 Euro.


Überschüsse aus Haushalt

Bei der Beurteilung der finanziellen Situation der Gemeinde waren sich die Kämmerin und die Räte einig: Die sogenannte freie Spitze, die Überschüsse des Verwaltungshaushaltes, die dem Vermögenshaushalt zugeführt werden können und mit denen man wirtschaften kann, ist zu niedrig. In einer solchen Situation ist erwähnenswert, dass bei der Haushaltsvorbesprechung auf Antrag der CSU der Hebesatz der Gewerbesteuer von 400 v. H. auf 380 v. H. gesenkt worden war. Dadurch reduzieren sich die Einnahmen der Gemeinde um rund 40 000 Euro jährlich.
Um alle in Zukunft anfallenden Projekte finanzieren zu können, wird man voraussichtlich 2018/2019 nicht darum herumkommen, neue Kredite aufzunehmen oder Gebühren- und Steuererhöhungen zu beschließen, also eventuell auch die Gewerbesteuer wieder zu erhöhen, da sie landesweit deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Der Haushalt wurde einstimmig verabschiedet.
Im Hinblick auf den ersten Bürgerworkshop, bei dem es im Rahmen des neu zu erarbeitenden städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) unter anderem um die Neugestaltung und Aufwertung der Effeltricher Ortsmitte gehen soll, hat der Gemeinderat ohne Gegenstimme die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen, der den Festplatz, die Wiese nördlich des Ärztehauses, das Rathaus sowie den Rathausvorplatz umfasst. Der Bürgerworkshop wird am Dienstag, 26. Juli, um 19 Uhr in der Effeltricher Turnhalle stattfinden. Mit einer Gegenstimme beschloss der Rat außerdem die Aufstellung des Bebauungsplanes "Lebensmittelmarkt Baiersdorfer Straße" sowie die Änderung des Flächennutzungsplanes für die betroffenen Flurstücke.
Die Kosten hierfür wird der Investor des Planungsvorhabens übernehmen, bei dem es um die Ansiedlung eines Netto-Discount-Marktes mit einer Verkaufsfläche von rund 1000 Quadartmeter zuzüglich eines Backshops mit Bestuhlung geht.
Ungeteilte Zustimmung fand die Absicht von Bürgermeisterin Kathrin Heimann (DEL), erneut eine Geschwindigkeitsreduzierung "Tempo 30" für die Ortsmitte - von der Einmündung der Erlanger Straße bis zur Jahnstraße - zu beantragen. Eine neue Verordnung sieht vor, dass Tempo 30 zukünftig auch "in sensiblen Bereichen mit besonders schützenswerten Verkehrsteilnehmern" gelten soll.