Was bedeutet der Aschermittwoch für sie und die Gemeinde?
Pater Laube: Da beginnt eine neue Zeit. Wir blicken nach vorne auf Ostern, auf die Auferstehung des Herrn. Wir richten den Fokus auf das, was uns im Glauben trägt, was unsere Hoffnung ist - in guten und in schlechten Zeiten.

Am Aschermittwoch erhalten die Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn. Woher stammt diese Asche?
Das sind die Reste der Palmzweige vom Vorjahr. Bei uns in der Klosterkirche St. Anton beginnt am Palmsonntag der Gottesdienst um 10 Uhr im Freien. Da werden die Palmzweige gesegnet, die als Symbol für den Einzug Jesu in Jerusalem mitgetragen wurden. Dann werden die Palmzweige vom Vorjahr verbrannt. Die Asche haben wir für die Segnung mit dem Aschekreuz schon hergerichtet.

Woher kommen die Palmzweige?
Die Palmbuschen hingen das Jahr über in der Kirche oder in den Zimmern. Gläubige nehmen die Palmzweige auch mit nach Hause.

Bringen die Leute am Palmsonntag auch eigene Palmzweige mit?
Wir in der Klosterkirche St. Anton bereiten viele Büschel vor. Ich weiß aber von vielen Gemeinden, dass die Menschen Palmzweige mitbringen. Bei uns ist beides möglich.

Was sagen Sie, wenn Sie das Aschekreuz auftragen?
Es gibt zwei Gebete, man kann aber auch frei sprechen. Das eine erinnert an unseren Lebensweg: "Denk daran Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst." Das zweite Gebet macht sehr nachdenklich: "Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium."

Wie bereiten sie sich auf den Aschermittwoch vor?
Es gibt ja einen Zusammenhang zwischen Fasching, Aschermittwoch und Fastenzeit. Vor allem in katholischen Gegenden feiern die Menschen noch einmal intensiv, ehe sie in der 40-tägigen Fastenzeit Buße tun.
Ich bereite mich persönlich darauf vor, indem ich unser Angebot für die Fastenzeit noch mal durchgegangen bin und auf den neuesten Stand gebracht habe. Es nennt sich "Österlicher Bußweg für Christen von heute." Im Breviergebet, beschäftige ich mich mit den Stellen des Evangeliums in denen es um das Fasten geht. Die Fastenzeit ist jene Zeit, in der wir versuchen, intensiver zu uns selbst zu finden und die Verbindung zu Gott neu suchen. Wir haben die Chance unsere Richtung zu korrigieren. Das ist der "Österliche Bußweg für Christen von heute".

Was bedeutet der Aschermittwoch für sie persönlich?
Aus dem Blickwinkel der Fastenzeit auf die Auferstehung ergeben sich täglich neue Impulse für unseren Alltag. Ich empfinde Halt und Hoffnung im Glauben.

Wie war der Aschermittwoch für Sie als Kind?
In der Familie habe ich den Aschermittwoch zuletzt 1948 erlebt. Ich erinnere mich, dass in den 50-er Jahren im Seminar am letzten Wochenende vor Aschermittwoch, an den so genannten Triduen, den drei Tagen von Samstag bis Rosenmontag, Predigten vorgelesen wurden. So haben wir uns auf die Fastenzeit eingestimmt.

Was bedeutet für sie die Fastenzeit?
Die Fastenzeit ist eine Zeit frei zu werden. Ich frage mich, was ist für mich wichtig, woran hänge ich und was hängt an mir? Das schärft den Blick für das Wesentliche, für den Glauben.

Haben sie in den 40 Tagen ein persönliches ein Fasten-Ritual?
Wichtig ist für mich die Sammlung im Gebet, die Auseinandersetzung mit den Evanglien, beispielsweise der Versuchung Jesu, denn acuh wir sind Versuchungen ausgesetzt. Da ist die Versuchung der Macht oder das Aufgehen im Materiellen. Das nächste Evangelium, die Verklärung Christi lenkt unseren Blick auf das Ziel unseres Lebens, die Erlösung. Fasten-Rituale, etwa weniger essen oder weniger Bier trinken sind in meinen Augen nicht das Wesentliche. Ich habe mir vorgenommen während der Fastenzeit zur Beichte zu gehen. Das ist ein Weg für mich, um mich auszusprechen.

Wie sieht der erste Tag nach der Fastenzeit aus?
Das ist der Ostermontag. Derwird freilich gefeiert. Da gönne ich mir ein gutes Bier in Hallern dorf. Die Woche nach Ostern ist etwas ruhiger. Dann machen wir in der Regel auch einen gemeinsamen Ausflug.
Die Frage stellte Alice Nitsch