Aufmerksame Zuhörer fanden drei junge Weltreisende bei der jüngsten Sitzung des Rotary Club Fränkische Schweiz-Wiesenttal (RC) in Schlaifhausen. Sophia Sabre (17) aus der Gemeinde Gößweinstein und Matthias Dresel (16) aus Wolfsberg berichteten von ihrem sechswöchigen Austauschprogramm in Südafrika. Die 16-jährige Miriam Brütting von ihren Erfahrungen, die sie gleichzeitig in den USA machte.

Es taten sich dabei zwei Welten auf, die sich kaum extremer voneinander unterscheiden hätten können. Gemeinsam hatten die Jugendliche, dass sie begeistert waren von dem, was sie im Ausland erlebt haben.
Eine Reise von 9575 Kilometer ist natürlich schon etwas Besonderes, sagte Matthias. Er besucht wie Sophia das Fränkische Schweiz Gymnasium in Ebermannstadt. Bei der Ankunft in Südafrika stellte er sich zunächst beim Rotary Club vor.

Am Anfang war er geschockt darüber, dass sein Schulenglisch und das dort gesprochene Englisch sich erheblich voneinander unterschieden. "Am liebsten wäre ich am nächsten Tag gleich wieder heimgefahren", sagte er.

Eingeschränkte Kommunikation

Aber Matthias schaffte die Umstellung. Anschließend erlebte er "unvergessliche Wochen mit freundlichen Gasteltern". In seiner Gastschule sprach man allerdings überwiegend Africaans. Das schränkte die Kommunikation zwangsläufig etwas ein.

Matthias wohnte in Kerksdorp, 150 Kilometer von Johannesburg entfernt. Der Aufenthalt in einer Gastfamilie, der Schulbetrieb und Schuluniformen, Ausflüge bis nach Kapstadt und zu Löwenfarmen waren besondere Momente für ihn. Ein anderes Thema, das ihn immer wieder beschäftigt hat, war das der Sicherheit.

"Es ist gefährlicher, durch die Straßen von Johannesburg zu gehen als durch die Townships", sagt Matthias im Rückblick. Daniela Singer ist Jugendbeauftragte im RC und wollte von Matthias wissen, was gut gewesen war und was nicht. "Es sind Erlebnisse, die ich nicht vergessen werde. Die Organisation von RC ist richtig gut. Ich kann den Austausch sehr weiterempfehlen, ich wurde wie das eigene Kind in der Gastfamilie aufgenommen", fasste Matthias seine Eindrücke zusammen.

Ganz ähnliche Eindrücke hat auch Sophia gesammelt. Sich allein draußen zu bewegen, sei ihr abgeraten worden. Das habe sie schon etwas eingeengt. Daniela Singer verlas auch einen Bericht der vierten Teilnehmerin. Jana Wiegärtner aus Kühlenfels hatte ebenfalls sechs Wochen in Südafrika verbracht.

Sie war in Schlaifhausen allerdings verhindert. Jana berichtet in ihrem Brief davon, dass farbige Haushaltshilfen selbstverständlich sind. Sie habe die pure Armut in der Transkei ebenso kennengelernt wie die herrliche Vielfalt Südafrikas. Herzliche Menschen, neue Freundschaften und viele Abschiedstränen gehörten dazu. "Wir haben Chancen in Deutschland, die man nutzen muss", hat Sophia in ihrer Zeit in Südafrika gelernt.

Miriam Brütting aus Obertrubach hat in den USA gewissermaßen das Kontrastprogramm USA erlebt. Sechs Wochen lang hat sie bei zwei Gastfamilien in Philadelphia und Minneapolis gelebt. Dort erlebte Miriam jenen Wohlstand, den sie auch aus Deutschland gewohnt ist.

Insgesamt vermittelte ihr Bericht einen Eindruck von der typischen westlichen Lebenskultur. Hinzu kamen allerdings interessante Schilderungen von amerikanischen Eigenheiten: "Die Leute in USA sind viel freundlicher als in Deutschland", glaubt Miriam nach ihrem Aufenthalt.