In der Anklageschrift warf die Staatsanwaltschaft dem Forchheimer vor, dass er am 2., 3. und 4. Januar 2015 bei seiner Ex-Freundin aufgetaucht war und sich dort einiges zu Schulden kommen lassen hatte. Während er am 2. Januar tagsüber noch gern gesehener Gast war, spitze sich die Lage gegen Abend zu. Der junge Mann, der gemeinsam mit dem Opfer ein Kind hat, hatte zu diesem Zeitpunkt schon größere Mengen Alkohol getrunken. Während er "von ein paar Bier" sprach, erinnerte sich die Geschädigte an "mindestens eine Flasche Schnaps". Es kam dann zu einer verbalen Streitigkeit, in deren Verlauf der Angeklagte seine Ex-Freundin beschimpft haben soll. Anschließend forderte sie ihn auf, das Haus zu verlassen. Da er dies nicht tat, zog sie sich in ihr Schlafzimmer zurück.

Dort soll er dann aufgetaucht sein und sich zu ihr ins Bett gelegt haben. Als sie keinen Sex wollte, habe er gesagt, er werde sie vergewaltigen, wenn sie nicht freiwillig mitmache. "Ich hätte ihm aber eine Vergewaltigung nicht zugetraut", sagte die 26-jährige Ex-Freundin. Mit einem Schubser verbannte sie den besoffenen Ex-Freund aus dem Bett und hatte so fast ihre Ruhe. Als er "energisch" die Tür zuschlug ging das Glas darin noch zu Bruch.
Der Angeklagte beteuerte, nie von einer Vergewaltigung gesprochen zu haben. "So besoffen war ich nicht, das wüsste ich noch", sagte er zu Richterin Silke Schneider. Er vermutete, dass seine Ex-Freundin das erfunden habe, um ihn reinzureiten.

Am nächsten und übernächsten Tag besuchte der 28-Jährige erneut die junge Frau in Ebermannstadt. Dabei schlug er unter anderem eine Tür ein. Außerdem soll er gedroht haben, die Ex-Freundin umzubringen, falls er seinen Sohn nicht mehr sehen dürfe. "Mir geht es eigentlich nur um das Kind", sagte er vor Gericht und betonte, nie solch eine Drohung ausgesprochen zu haben. Er mutmaßte, dass die 26-Jährige nun, da sie einen neuen Freund habe, ihm den Umgang mit dem Sohn verbieten wollte.

Anders aber gab sich die junge Mutter bei ihrer Aussage. "Er hätte sich beim Jugendamt melden können", sagte die Ebermannstadterin, "dann hätte er den Kleinen auch sehen können." Außerdem hatte sie die Anzeige schon mehrere Monate bevor sie einen neuen Partner hatte, aufgegeben.

Unter anderem wegen dieser Aussage stellte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer auch fest, dass die Ex-Freundin ihn nicht reinreiten wollte. "Ich halte es für möglich, dass er die Nötigung bestritten hat, weil er sich wirklich nicht mehr daran erinnert", sagte der Staatsanwalt. Trotzdem sah er alle Taten der Anklageschrift als erwiesen an.

Mindeststrafe sechs Monate

Da das Mindestmaß bei versuchter sexueller Nötigung bei sechs Monaten liegt, kam der Staatsanwalt nicht umhin, eine Freiheitsstrafe zu fordern. Alle Taten und eine Verurteilung, die bereits Ende Januar wegen eines anderen Delikts ausgesprochen wurde, fasste er deshalb zusammen. Er forderte zehn Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Richterin Silke Schneider sah den Tatverlauf ähnlich und verurteilte den 28-Jährigen deshalb zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Außerdem muss der Arbeitslose 120 Arbeitsstunden bei der Awo ableisten und zehn Termine bei der Suchtberatung wahrnehmen. Der junge Vater akzeptierte das Urteil.