Der Elisabethenbrunnen aus dem Jahre 1927 liegt sehr schön am Marktplatz von Pottenstein, eingerahmt von Fachwerkhäusern, überwacht von der Burg. Der Brunnen wird laut dem Osterbrunnen-Buch von Claudia Schillinger seit dem Jahr 1974 geschmückt. Ein beliebtes Fotomotiv ist er zudem.
Das Besondere an dem Brunnen ist die Elisabeth-Figur. Sie hält einen Blumentopf, in dem rote Rosen stecken. Dabei handelt es sich um eine Anspielung auf das "Rosenwunder", wie es in einem Religionssbuch der vierten Klasse beschrieben ist: Elisabeth war demnach eine Königstochter und der Landgraf von Thüringen ihr Gemahl. Doch das Herz der heiligen Elisabeth gehörte den Armen. Sie konnte es nicht ertragen, auf der Wartburg in Saus und Braus zu leben, während im Land ringsum sehr viele Menschen Hunger leiden mussten.

Der Landgraf war zornig

Darum stieg sie täglich von Wartburg hinab zu den Scharen der Bettler und teilte mit milder Hand aus, was diese zum Leben brauchten. Der Ruf ihrer Barmherzigkeit und Milde verbreitete sich im ganzen Land. Landgraf Ludwig ließ seine Frau zunächst gewähren.
Doch sah er es nicht gerne, dass Elisabeth selbst die Berührung mit Kranken nicht scheute. Als er sie wieder einmal mit ihrem Gabenkorb auf dem Weg von der Burg traf, hielt er sein Pferd an und fragte sie: "Was tragt Ihr da in Eurem Korbe?" Elisabeth wollte ihren Gemahl nicht betrüben und doch auch ihre Christenpflicht nicht versäumen.
In ihrer Not stammelte sie verwirrt: "Es sind Rosen, Herr ..." Da riss der Landgraf zornig die Decke vom Korb. Sein Grimm verwandelte sich in Staunen und Bestürzung. Der Korb der Landgräfin Elisabeth war voller Rosen. Von diesem Tag an ließ Landgraf Ludwig seine Frau schalten und walten, wie ihr Herz es wollte.