Es war ein langer Weg, bis die fertige Planung der Dorferneuerung Wolfsberg für den Antrag zur Genehmigung und Förderung durch die Regierung von Oberfranken bereit lag. Abschließend hat jetzt Bürgermeister Markus Grüner (CSU) die Bürger zur Vorstellung in den Rathaussaal von Obertrubach eingeladen.

Zahlreiche Wolfsberger nahmen diese Gelegenheit auch wahr. Mit am Tisch saßen auch Tobias Köstner vom Architekturbüro Team4 in Nürnberg und Gerhard Engelhardt vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Eckental. Der Startschuss für das Projekt fiel am 18. Februar 2009 mit einem Antrag des Gemeinderats, in das Programm Dorferneuerung aufgenommen zu werden. Ab 2013 nahm das Projekt dann Fahrt auf.


An kritischer Stelle

In einem Startseminar in Klosterlangheim hatten 25 Teilnehmer aus Wolfsberg die Gelegenheit, eine Prioritätenliste zu erarbeiten. Eckpunkte wie Dorfplatz, Gehsteige und Straßen bis zum Sportplatz wurden festgezurrt. Es folgten weitere Informationsveranstaltungen.

Neben den begrenzten räumlichen Möglichkeiten im Ort engte vor allem der Bachlauf der Trubach Richtung Untertrubach die Staatsstraße ein. Die geforderte Fahrbahnbreite von 6,50 war so nicht machbar. Langwierige Verhandlungen mit dem Wasserwirtschaftsamt folgten. Ein 15 Meter breiter Geländestreifen entlang der kritischen Stelle erlaubte die Verlegung der Trubach. Die Einigung mit den Grundstückseigentümern gelang.

Die bürokratischen Auflagen seitens des Staatlichen Wasserwirtschaftsamts - der Fluss musste unter anderem mäandern - bedeuteten langwierige, aber am Ende erfolgreiche Verhandlungen. Tobias Köstler erläuterte die Baumaßnahmen. Die Gemeinderäte Richard Grüner und Bruno Dresel aus Wolfsberg machten sich dafür stark, die untere Wehranlage an der Trubach, nahe der Staatsstraße, zu erhalten. Grüner argumentierte, dieses Wehr habe seit Jahrzehnten keine Funktion mehr.

Für den Erhalt müssten aufwendige Auflagen wie das Anlegen einer Fischtreppe erfüllt werden. Beim Startseminar in Klosterlangheim durch die Wolfsberger war das Wehr und seine Erhaltung nicht in die Prioritätenliste aufgenommen worden.

Eine Änderung zum jetzigen Zeitpunkt würde wieder langwierige Verhandlungen mit den Fachbehörden auslösen, so Grüner, ein Baubeginn in naher Zukunft dann erledigt. Es gab keine größeren Einwände der übrigen Anwesenden, als der Bürgermeister diese nachträgliche Änderung ablehnte. Gerhard Engelhardt erklärte die weiteren Bauvorhaben. Einen Radweg wird es an dieser Stelle entlang der Straße nicht geben. Vielmehr ist an der Nordseite der Straße ein Gehweg und eine Querungshilfe ab dem Trafohaus zur Ortschaft hin geplant. Es ist der Wunsch der Einwohner, die Bordsteinkannte möglichst niedrig zu halten.
Dies wird von Gemeinde und Planern unterstützt, allerdings gibt es dabei immer noch den Faktor Sicherheit zu beachten. Die Fahrbahn der Staatsstraße soll im Idealfall 6,50 Meter breit sein. Im Ort wird sie aber auch variieren und manchmal schmaler sein.


Zwei Haltestellen

An einer Engstelle werden nur 3,75 Meter verfügbar sein. Ortsbewohner von Wolfsberg regten eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h an. Hier hat die Gemeinde allerdings kaum Einfluss. Es ist Angelegenheit des Staatlichen Straßenbauamtes.
Zwei Bushaltestellen, eine davon am neu entstehenden Dorfplatz, sind vorgesehen. Die Wolfsberger regten an, dazu auch Wartehäuschen aufzunehmen. Entlang der Staatsstraße soll die Stromversorgung verkabelt und Leerrohre vorgesehen werden.

Die Planungsunterlagen der Dorferneuerung werden jetzt über das Amt für Ländliche Entwicklung an die Regierung von Oberfranken eingereicht.
Da die Abstimmung weitestgehend mit allen Beteiligten erfolgt ist, geht die Kommune davon aus, dass die Genehmigung und damit der Förderbescheid bis nach der Sommerpause vorliegen. Ziel ist es, in diesem Jahr noch die Bachverlegung durchzuführen. Damit stünde der Dorferneuerung im Jahr 2018 nicht mehr im Wege.