Viel blieb nicht vom Leben der Vorfahren in Hallerndorf erhalten, konstatierte Andreas Büttner vom Landratsamt für Denkmalpflege in Forchheim. Da zeigte er gerade die Kisten mit den kleinen Scherben, die auf dem Gelände des Hallerndorfer Bodendenkmals gefunden wurden.

Die Pfosten der Häuser waren aus Holz, die im Boden verankert wurden und ihrerseits leichte Lehmwände trugen. Im Lauf der Zeit verrottete alles - nur dunkle Spuren im Sand weisen noch darauf hin, dass hier vor langer Zeit einmal Menschen gewohnt haben.

Aus den einzelnen Spuren rekonstruieren Archäologen die Grundrisse der Häuser. Seit Anfang Februar arbeitet Grabungsleiter Magnus Wintergerst auf dem Gelände am Ortseingang von Hallerndorf, auf dem künftig neue Häuser errichtet werden sollen. Auf insgesamt 3600 Quadratmetern wurden inzwischen etwa 430 dunkle Stellen erfasst, unter denen sich etwa 30 Funde aus moderneren Zeiten befanden.

Skizzen und Fotos

Jeder Fund wurde sauber auf Skizzen und mit Fotos dokumentiert, ein Schnitt offenbarte die Strukturen. In einer der dunkel gefärbten Stellen fanden die Archäologen einen Wetzstein, der wohl zum Schärfen einer Sense gebraucht worden war, sowie einen Glättstein für Leder und Textilien.

Die Funde wurden von den Archäologen auf die Zeit der Spätlatène datiert, das ist knapp 2100 Jahre her. Zu dieser Zeit lebten hier die letzten Kelten, bauten ihre Äcker an und versorgten das Vieh, um die Städte auf dem Staffelberg und der Ehrenbürg mit Nahrungsmitteln zu versorgen.

Hier könnte ein kleineres Dorf oder ein großes Gehöft gestanden haben, mutmaßt Büttner. Die Kammstrichrillen an den Gefäßscherben seien typisch für die Zeit, zeigte er die Scherben.

Sichern und aufzeichnen

Doch alle Siedlungen aus dieser spätkeltischen Zeit sind in Bayern laut Büttner archäologisch relativ arm an Funden. Als vom Norden die Germanen und aus dem Süden die Römer kamen, packten die Menschen wohl ihre Sachen.

In ganz Bayern gibt es etliche dieser aufgegebenen Keltensiedlungen, die kurze Zeit später zu Wüstungen wurden. Bei der damaligen Bauweise dauerte es nicht allzu lange, bis die Häuser in sich zusammenfielen. Alles, was übrig blieb, haben die Archäologen jetzt gesichert. Doch die eigentliche Arbeit der Archäologen fängt mit der Dokumentation und Auswertung der Funde erst an.

Die Funde gehören der Gemeinde, antwortete Büttner auf die entsprechende Frage von Bürgermeisters Gunselmann (FWG). Allerdings seien die Funde in einer öffentlichen Sammlung oder einem Museum sicherlich am besten aufgehoben. "Da müssen wir noch drüber reden", sagte Büttner.