Motorsägen, Bagger und Brummis nerven am Tag, nachts rauben die wuchtigen Schläge der Ramme, mit deren Hilfe 99 Pfähle für die neuen Oberleitungen an der Bahnstrecke zwischen dem Augraben und Forchheim-Nord in den Boden gehauen werden, Anwohnern den Schlaf. "Diese Arbeiten können leider nur nachts ausgeführt werden, weil da der Zugverkehr nicht beeinträchtigt wird", bedauert Frank Kniestedt, Pressesprecher der Bahn.
"Wir geben richtig Gas," unterstreicht Bereichsleiter Alfons Plenter, der sich nahezu täglich vom Fortgang der Arbeiten überzeugt. "Eine Baustelle ist nun mal nicht lärmfrei, aber das Gröbste haben die Forchheimer vorerst überstanden", es müssten nur noch 27 Pfähle eingeschlagen werden, gibt er Entwarnung.


Hotel-Übernachtungen abgelehnt

Die Anwohner seien mit Handzetteln auf die Beeinträchtigungen hingewiesen worden. Betroffenen, die direkt an der Bahnstrecke wohnen, sei angeboten worden, auf Kosten der Bahn während der Arbeiten in ein Hotel umzuziehen. Das habe aber niemand in Anspruch genommen, berichtet Plenter.

Die Pfosten, die vier bis sechs Meter tief in die Erde gerammt werden, sind die Vorbereitungen für die Erneuerung der Oberleitungen zwischen Baiersdorf und Forchheim, die bis Ende Mai abgeschlossen sein soll. Auf etwa acht Kilometern Streckenlänge werden die alten Oberleitungsanlagen, die teilweise noch auch den 30-er Jahren stammen, demontiert und durch neue ersetzt.

Begonnen haben auch die Rodungsarbeiten zur Vorbereitung des viergleisigen Ausbaus der Strecke. Sämtlicher Bewuchs rund um den Kersbacher Bahnhof ist entfernt. Neben der Bahnstrecke wurden die Sträucher zurückgeschnitten, in einem bis zu 20 Meter breiten Streifen unmittelbar neben den Gleisen auch gerodet. "Wir brauchen Platz, wenn wir die Strecke vierspurig ausbauen wollen", begründet Abschnittsleiter Alfons Plenter die Maßnahme.

Auch entlang der Gleise wird aufgeräumt. Die parallel zum Gleis verlaufenden Leitungen werden abgebaut und in einem provisorischen Kabelschacht geführt. "Die Leitungen sind entweder zu nah am Gleis oder auf der falschen Seite", erklärt Plenter. Zwischen Kersbach und Forchheim verlaufen die Leitungen bereits in so einem schwarzen Kunststoffschacht.

Nun sollen im Tiefbau die Schächte für die neuen Kabelkanäle ausgehoben und die neuen Leitungen verlegt werden. "Es geht voran", freut sich Plenter. Koordiniert werden diese Arbeiten von der Baustelle, die gerade nordöstlich des Bahnhofes Kersbach eingerichtet wird.