Negative Auswüchse brachten dem beliebten Fünf-Seidla-Steig ein schlechtes Image ein. Nun sind Wort und Logo als Marke eingetragen und geschützt. Die fünf Brauereien verpflichten sich damit zur Qualitätssicherung des Wanderwegs. Wer mit der Marke werben möchte, muss künftig einen Lizenzvertrag abschließen.

Dröhnende Bassmusik aus Ghettoblastern, lautes Gegröle - diese Junggesellenabschiedsfeiern sorgten für ein schlechtes Image des Fünf-Seidla-Steigs, der als fränkischer Ballermann verrufen war. Ein Qualitätsverlust war die Folge. Soll nun mit dem Patent auf den Fünf-Seidla-Steig samt Logo durch die Marke auch noch gegängelt und kräftig zur Kasse gebeten werden?

Ein klares Nein gab Julia Endres, die Planerin des bekannten Wanderwegs, im Gasthaus Lindenbräu als Antwort. Eher das Gegenteil solle passieren, eine Sicherung der Qualität, wozu sich die am Seidla-Steig beteiligten Brauereien verpflichtet haben.

Schluss also mit den negativen Seiten. Die Brauereien untersagten sowohl die Junggesellenabende als auch die elektronische Beschallung. Sie sichern den guten Ruf des Wanderwegs und somit dessen Qualität, denn der Fünf-Seidla-Steig und das Logo sind patentiert als Marke und als Wort-Bild-Marke und haben das berühmte R im Kreis für "Registered-Trade-Mark-Symbol. "Er war nicht als Themenweg gedacht, sondern sollte von Beginn an die Wirtschaftskraft der Region stärken", sagte Julia Endres, die Planerin des Wanderwegs über das gelungene Modellprojekt.

Alle am Fünf-Seidla-Steig beteiligten Brauer und Brauerinnen und interessierte Bürger, Gewerbetreibende und Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla kamen zur Informationsveranstaltung "Wortmarke Fünf-Seidla-Steig" zum Lindenbräu nach Gräfenberg. Die fünf Brauereien sind fünf gleichberechtigte Markeninhaber, klärte dann Rechtsanwalt Salleck auf. Auch die Fünf als Zahl wäre geschützt.

Was aber, wenn diese Markenrechte jemand verletzt? Dann wird die Nutzung untersagt, Abmahnungen geschrieben. Eine Strafzahlung wäre bei wiederholter Verletzung möglich, ein Schadensersatzanspruch durch unberechtigte Nutzung. Aber die Markeninhaber haben auch einen Auskunftsanspruch, dürften somit beispielsweise erfahren, wie oft die Marke verletzt wurde. Auch der Anwalt betonte, dass es hierbei nicht um eine Gängelung, sondern um eine Qualitätssicherung handele, um die Region nach vorne zu bringen, indem Partner gefunden würden, die für die Marke werben. Durch Lizenzverträge.

Die Pächterin eines der Gasthäuser fragte, ob sie dann einen Lizenzvertrag abschließen müsse, was bejaht wurde. Da das Logo und die Marke und somit auch das Urheberrecht geschützt sind, darf es nur mit einer Lizenzvereinbarung verwendet werden. Das Logo nur im Original, wie es vom Lizenzgeber gestellt wird.

Drei Arten von Lizenzverträgen seien vorgesehen, wie Michael Salleck erklärte. Eine für Übernachtungsbetriebe und Gewerbe, die nur mit dem Wort werben wollen. Für sie solle das trotz Bedenken des Anwalts kostenfrei sein. Davon ausgeschlossen wären Gewerbe oder Betriebe, die auch mit der Herstellung und dem Vertrieb von anderem Bier, Spirituosen und Getränken aller Art werben. Das Logo "Fünf-Seidla-Steig" dürfe dann nicht verwendet werden.

Kostenfrei wäre die Lizenz auch für Kooperationspartner aus dem Tourismus- oder Kulturbereich und der Regionalentwicklung. Der Tourismusverein, aber auch der HTV beispielsweise dürften beide Marken, also Wort und Bild, kostenfrei nutzen.

Kostenpflichtig wäre die Lizenz aber für gewerbliche Unternehmen, die als Partnerbetrieb eine Lizenzvereinbarung abschließen.