"Was muss ich beachten, wenn ich Imker bin oder werden will" - diese Fragen standen unter anderem bei einer Lehrveranstaltung des Imker- Kreisverbandes Forchheim in Schlaifhausen auf dem Programm.
In der gut besuchten Versammlung stand zunächst Martin Thoma von der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (SVLSB), Bayreuth, Rede und Antwort. Nach seinen Ausführungen gibt es in Deutschland rund 110 000 Imker mit 750 000 Völkern. Erfasst in der SVLSB sind aber nur 7000 Imker mit 120 000 Völkern.
Rege diskutierten die Teilnehmer die Versicherungspflicht. Bei weniger als 25 Völkern besteht keine Pflicht. Besitzt der Imker einen landwirtschaftlichen Betrieb, sieht die Situation schon wieder ganz anders aus. Wie bei vielen Versicherungsarten, kann an dieser Stelle nur der enge Kontakt zu den Experten der Behörde gesucht werden. Einmal mehr zeigte sich, dass im praktischen Alltag unterschiedliche Auffassungen und Handhabungen zu beobachten sind.

Thoma ging auf die Gefährdungen aus der Bienenhaltung ein wie Bienengift, Unfälle oder Zeckenbisse. Dabei stellte er den Unterschied heraus zur Behandlung durch die Krankenkasse und die darüber hinausgehenden Leistungen der Berufsgenossenschaft bis hin zur Unfallrente. Einen wichtigen Aspekt dabei bedeutet die Unfallvorsorge, der Umgang mit Schadstoffen oder Schutzkleidung.

Ein außerordentlich sensibles Thema stellt der hygienische Umgang mit den Bienenvölkern dar. Bernhard Hauser vom Veterinärsamt am Landratsamt Forchheim referierte dazu ausführlich. Er ging auf das Tierseuchengesetz, das Arzneimittelrecht und das Lebensmittelgesetz ein. Bienenvölker sind beim Amt anzumelden mit wichtigen Daten wie Anzahl der Völker, Standorte und Adressdaten.

Chancen auf Eindämmung

Wie man gefürchtete Seuchen wie die Amerikanische Faulbrut erkennt und damit umgeht, damit beschäftigte er sich ausführlich. Aktuelle Beispiele im Landkreis gibt es dazu. Wichtig ist in jedem Fall die unverzügliche Meldepflicht beim Veterinärsamt, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Je früher die Meldung, desto höher die Chance der Eindämmung.

Ein weiteres Thema in diesem Zusammenhang bedeutete das Arzneimittelrecht. Generell gilt, wenn apothekenpflichtige Mittel verwendet werden, sind diese anzuzeigen. Dazu passte auch der anschließende Beitrag von Paul Zier von der Lebensmittelüberwachung am Landratsamt Forchheim. Lebensmittelgewinnung, Honiglagerung oder Kennzeichnung des Honigs behandelte Zier im Vortrag und einem offenen, lebhaften Dialog mit den Zuhörern. Begriffe wie Reinheit und Sauberkeit für Raum und Geräte stehen dabei ein oberster Stelle. Dazu Aspekte wie Trinkwasserqualität, Schädlingsfreiheit, keine betriebsfremden Gegenstände und keine Haustiere im Raum. Damit sollen nachteilige Beeinflussungen der Lebensmittel- und Honigqualität vermieden werden.

Kreisvorsitzender Wolf-Dietrich Schröber machte abschließend auf das vielseitige Veranstaltungsprogramm 2015 der Kreislehrbienenanstalt Lützelsdorf aufmerksam. "Die Imkerei im Landkreis Forchheim" steht als nächstes am 12. März im Gasthaus Resengörch in Ebermannstadt an. Das an diesem Nachmittag von Albert Einstein überlieferte Zitat gab Grund zum Nachdenken: "Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr".