Ihre Aufmerksamkeit und Sorge gilt dem Hopfen. Deshalb laden die Hopfenpflanzer des Siegelbezirks Hersbruck und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Roth einmal im Jahr zu einer sogenannten Hopfenbegehung ein.

In diesem Jahr führte sie ihr Weg dabei nach Igensdorf, wo die Familie von Georg und Monika Friedrich Hopfen anbaut. Unter den Gästen, die sich über den aktuellen Stand in Sachen Hopfen informieren wollten, waren auch die Forchheimer Vize-Landrätin (CSU) und Kreisbäuerin Rosi Kraus, Bürgermeister Wolfgang Rast (IU) sowie die frisch gekürte 21-jährige Hallertauer Hopfenkönigin Johanna Reith aus Wolnzach.

Gastgeber Georg Friedrich stellte seinen Gästen zunächst in Grundzügen seinen Betrieb vor: auf 13 Hektar Hopfen, auf weiteren sieben Hektar Süßkirschen. Dabei komme er längst nicht mehr ohne Saisonarbeitskräfte aus, zumal die Nachfrage nach Hopfen inzwischen wieder beständig steige.

133 Hektar im Nürnberger Land

Landwirtschaftsdirektor Werner Wolf war für die größeren Zusammenhänge zuständig. Nach seinen Angaben gibt es im Nürnberger Land derzeit noch 13 Anbaugebiete.

Sie kommen demnach auf eine Anbaufläche von insgesamt 133 Hektar. "Die Erzeugnisse stehen für eine ausgezeichnete Qualität. Sie bescheren den Erzeugern jetzt auch wieder steigende Preise", freute sich Wolf. Bei der traditionellen Rundfahrt auf den von Traktoren gezogenen schaukelnden landwirtschaftlichen Anhängern durch die Hopfengärten konnten sich dann die Teilnehmer vor Ort ein Bild von den schweren Dolden machen. Die Dolden machten auf die Besucher einen guten Eindruck, was das Verdienst des derzeitigen Regenwetters und des heuer ausgesprochen überschaubaren Schädlingsbefalls ist.

Wichtige Märkte im Ausland

Jetzt benötigen die Friedrichs und die anderen Hopfenbauern der Umgebung nur noch ein wenig Sonnenschein - und die Ernte sollte zu ihrer Zufriedenheit ausfallen. "Wenn die Sonne noch kommt, werden die Dolden nochmals richtig zulegen", glaubt der 64-jährige Friedrich.
Gewinnen würde die Dolden dann neben der Größe vor allem noch an der Alpha-Säure. Diese ist neben dem Aroma der wichtigste Geschmacksgeber.

Helmut Brunner vom Hopfenpflanzerverband Hallertau referierte abschließend noch über die Bedeutung des bayerischen Hopfens ein. Immerhin 80 Prozent ihres Hopfens exportieren die Hopfenbauern demnach ins Ausland. Wichtige Märkte liegen in den USA, China oder Japan. Auch Russland zählt traditionellen Abnehmern bayerischen Hopfens. Allerdings ist dieser Markt aufgrund der russischen Wirtschaftssanktionen derzeit blockiert.