Zehn Organisationen des Natur- und Umweltbereichs arbeiten seit 2009 zusammen am Gemeinschaftsprojekt "Fledermaus-Monitoring Stadt und Landkreis Forchheim". Mithilfe von Batcordern werden dabei Fledermaus-Ortungsrufe aufgenommen und anschließend ausgewertet. Die technischen, etwa 20 mal 15 Zentimeter großen Geräte fangen Ultraschalltöne der Umgebung ein.

Mit einem Computerprogramm können die für das menschliche Ohr nicht hörbaren Töne den jeweiligen Arten zugeordnet werden. Federführend für dieses Projekt ist Friedrich Oehme vom Bund Naturschutz der Kreisgruppe Forchheim. "Durch dieses Projekt sind sehr wertvolle Erkenntnisse über die Verbreitung der Fledermausarten gewonnen worden", erklärt der Fachmann.


Begrenzte Reichweite

Die Daten werden der Artenschutzkartierung Bayern beim Landesamt für Umwelt zugeführt. Bisher waren die Batcorder im Zuge dieser Erfassung in einer Höhe von zwei bis drei Metern über dem Boden angebracht.
Besonders hoch fliegende Tiere, speziell im Wald, wurden dabei aber nur gedämpft oder gar nicht wahrgenommen, da die Geräte nur eine begrenzte Reichweite von etwa zehn Metern haben. Auf die Anregung von Förster Erich Daum von den Bayerischen Staatsforsten, der das Forstrevier Oesdorf betreut und Mitglied der Projektgruppe ist, wurde jetzt ein Experiment gestartet, um bessere Daten der Schichtenaktivität der Fledermausarten zu erhalten.

Mittels einer Seilaufhängung, die durch eine große Schleuder in die Baumwipfel geschossen wird, können nun die Batcorder in gestaffelten Höhen bis zu 30 Metern angebracht werden. Es wurden dafür Standorte ausgewählt, bei denen bereits rege Aktivitäten von Fledermäusen nachzuweisen waren.
Oehme erwartet "interes-sante Ergebnisse und weitere Erkenntnisse über die im Wald jagenden Fledermäuse". Bisher wurden im Staatswald der "Unteren Mark" 17 der aktuell 22 in Bayern nachgewiesenen Fledermausarten entdeckt, darunter auch die unter Naturschutz stehende Bechsteinfledermaus, die meist in größerer Höhe in der Nähe der Baumwipfel aktiv ist.

Die Methode, die höher fliegenden Fledermäuse zu erfassen, ist aufwendig.
Die Aktionen werden von Forstwirtschaftsmeister Micha-el Fuchs von den Bayerischen Staatsforsten unterstützt. Er ist ausgebildeter Baumkletterer, kann aber auch mit der großen Schleuder, dem "Big Shoot", sehr gut umgehen. "Wenn sich das Seil mit der Schleuder hochschießen lässt, steige ich nicht in den Baumwipfel hoch", erklärt er. Sitzt das Seil im Baumwipfel fest, werden daran vier Batcorder hochgezogen und in verschiedenen Höhen positioniert.

Sie sind dann über mehrere Nächte zeitgesteuert aktiviert. Da jetzt die Fledermäuse gerade in die Schwarmquartiere unterwegs sind, erwartet der Fachbereichsleiter Ökologische Kreisentwicklung am Landratsamt Forchheim, Johannes Mohr, keine großen Aktivitäten und regte an, die gleichen Daten an diesem Baum im nächsten Jahr etwa zwei Monate früher noch einmal zu erheben, um Vergleichsergebnisse zu haben.
Wenn die Bayerischen Staatsforsten dieses Projekt weiterhin personell und finanziell unterstützen, dürfte sein Ansinnen wohl kein Problem darstellen.