Im Grunde ist es ganz einfach so, dass der Baiersdorfer SV (BSV) pleite ist. Mit seinen Einnahmen kann der Verein die laufenden Ausgaben nicht mehr decken. Durch einen Grundstücksverkauf konnte er die Lücke für die Monate August und September schließen.

Offen bleibt für die kommenden ein, zwei Jahre dennoch eine Lücke von rund 88 000 Euro. Für den Jahresrest reichte die Vereinsführung einen "einmaligen Zuschussantrag" bei der Stadt ein. Die 40 Trainer kosten den Verein im Monat 20 000 Euro. Baiersdorfs Bürgermeister Andreas Galster (CSU) bat zu Beginn der Ratsdebatte alle Stadträte, das Problem aus der Sicht der Stadt zu diskutieren.

Konsens ist wohl, dass die Stadt einen eventuellen Zuschuss von klaren Forderungen an den Verein abhängig macht. Denn eine eingeschaltete Steuerberatungsgesellschaft hat betriebswirtschaftliche Defizite erkannt. "Der BSV muss jetzt auch seinen Beitrag leisten, das Defizit zu mindern", gab Galster den Ton vor.

Billiger als anderswo

Ein erster Punkt könnte sein, dass der Verein seine Mitgliedsbeiträge erhöht. Im Vergleich zu anderen Verein liegen die in Baiersdorf einigermaßen niedrig. Die Beiträge sollen angeblich deshalb so niedrig sein, weil nach einer zurückliegenden Anhebung eine Reihe von Mitgliedern ausgetreten sein sollen. Wolfgang Ries (SPD) sprach vor diesem Hintergrund deshalb auch von der Gefahr eines Nullsummenspiels.

Professionelle Beratung

Die Diskussion verlagerte sich dann recht schnell auf die Frage, ob die Trainer einen Teil ihrer Übungsleitervergütungen zurückspenden sollten. In anderen Vereinen sei das angeblich so üblich.

"Wenn der Verein seine Einnahmequellen in einer sehr wohlhabenden Region nicht ausschöpft, dann gibt es keine städtischen Gelder", machte Galster ein weiteres Mal klar. Zudem sollen sich wirtschaftlich stabilere Vereine aus Baiersdorf schon negativ zu einer möglichen städtischen Unterstützung geäußert haben. Zumindest für den Fall, dass damit keine Bedingungen verbunden sein sollten. Gegen zwei Stimmen beschloss der Rat, dass der BSV Beiträge erhöhen und über Sonderaktionen "die notwendigen Mittel zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit" generieren soll. Nur dann könne auch die Stadt beispringen.

Die zweite Bedingung für einen städtischen Zuschuss ist ein Konzept, aus der sich die Kostendeckung aller Abteilungen nachvollziehen lässt. "Sie müssen sagen, was sie verbessern wollen", sagte Matthias Götz (SPD). Der dritte Punkt handelt von der Einstellung "einer Vollzeitkraft zur Professionalisierung der Vereinsarbeit". Gemeint ist damit kein Sportfachmann, sondern ein Sportökonom. Ein Kaufmann also, der die finanziellen Belange im Auge hat.

Einen zweiten Zuschussantrag des BSV zum Umbau des Fitnessraumes und der Umrüstung der Sportanlage auf Energiesparlampen vertagte der Baiersdorfer Rat. Er wartet ab, bis die geforderten betriebswirtschaftlichen Fakten auf dem Tisch liegen.