Etwas süßlich schmeckt das Osterbrot. "Ein Hefeteig, mit Rosinen, Orangeat und Zitronat verfeinert; außen mit Zuckerguss glasiert und mit Mandeln dekoriert", erklärt Jürgen Streidel. Manche mögen das traditionelle Ostergebäck lieber ohne Glasur. Auch diese Wünsche berücksichtigt der Bäcker aus Dorfhaus, der sein Geschäft in Gräfenberg hat. Seit 30 Jahren stellt er neben anderen Leckereien auch Osterbrote her.

Zuerst während seiner Ausbildung in Gräfenberg bei einem evangelischen Bäcker, dann in der Klosterbäckerei in Weißenohe bei einem katholischen Bäckerehepaar und seit etwa zehn Jahren in seiner Backstube. Egal, wo er arbeitete: Das Osterbrot wurde immer so zubereitet wie heute.

Etwa 30 Stück in der Woche braucht er seit Beginn der Fastenzeit. Je nach Region wird in eine kleine Mulde in der Mitte des Osterbrots ein gefärbtes Ei gesetzt. Das Ei als Symbol des Lebens. Denn das Osterbrot gilt als Fastenbrecher.

Früher wurden am Faschingsdienstag noch alles Süße und fette Speisen aufgebraucht. Auch auf Eier wurde während der Fastenzeit verzichtet. "Nach der Fastenzeit durften die Menschen erstmals wieder alles essen: Schmackhaftes wie Eier und Schinken und Süßes", so der katholische Pfarrer Andreas Hornung.

Endet bei den Katholiken die Fastenzeit mit der Speisenweihe in der Osternacht und am Ostersonntag, kam dem Karfreitag bei den Protestanten eine besondere Bedeutung zu. "Der Karfreitag ist hochgeachtet und man feierte früher das Abendmahl an diesem Tag", sagt Pfarrer Johannes Meisinger. Damit war der Karfreitag eine der wenigen Ausnahmen. Inzwischen wird einmal monatlich das Abendmahl gefeiert.

Bei den Katholiken hingegen wird gerade an Karfreitag kein Abendmahl gefeiert. Mit dem Essen des Osterbrots beenden die Christen ihre Fastenzeit. Oft wurde dann auch ein Lammbraten gegessen. Das Lamm als Symbol für Jesus Christus, das Lamm Gottes.

Doch viele Menschen konnten sich früher ein Lamm gar nicht leisten. So buken sie aus süßem Teig ein Lamm, das auch heute noch in den Bäckereien und Supermärkten mit der Auferstehungsfahne verkauft wird und am Osterfest mit den anderen Speisen geweiht oder auch nicht geweiht verzehrt wird. Dass es schon während der Fastenzeit gerne und oft gekauft wird, hat auch einen anderen Grund: "Der Sonntag ist von der Fastenzeit ausgenommen", erklärt der evangelische Pfarrer Meisinger aus Gräfenberg.