Über der Ortschaft Kirchehrenbach erhebt sich weithin sichtbar der Eingang zur Fränkischen Schweiz. Es handelt sich um einen Tafelberg, den man das Walberla nennt. Hier findet immer am ersten Wochenende im Mai, urkundlich erwähnt seit dem 14. Jahrhundert, das wahrscheinlich urigste fränkische Bergfest statt.

Die Ursprünge des Walberlafests liegen in einer Wallfahrt und einem Jahrmarkt, der am Bergplateau abgehalten wurde. War es für die Studentenvereinigungen aus Erlangen früher fast ein Muss, zum Walberla zu laufen und dort ausgiebig zu zechen, hatte jenes Bergfest schon eine besondere Anziehungskraft.

Strom für eine Kleinstadt

Um dem Besucherstrom Herr zu werden, laufen schon seit geraumer Zeit intensive Vorbereitungen. Bei der Gemeinde müssen Auffahrtsgenehmigungen beantragt und abgeholt werden.

Die Stellplätze wollen gekennzeichnet werden und der Bauhof muss die verkehrsrechtlichen Maßnahmen umsetzen. Die Vereine müssen die Dienstpläne mit freiwilligen Helfern füllen, Getränke ordern, Bierbänke, Zelte, Heizungen und vieles mehr besorgen.

Der Chef von "Imbiss Römer" glaubt, dass er für seine Verkaufsstände in Spitzenzeiten ca. 60 KVa braucht. Das ist etwa so viel, wie ganz Kirchehrenbach an einem Nachmittag benötigt. Insgesamt glaubt er den Stromverbrauch auf dem ganzen Festgelände dem einer Kleinstadt gleichsetzen zu können.

Er sei mit einem ausreichend großen Aggregat versehen und kann auch noch einige Kleinabnehmer mit versorgen. Auch von den beiden Langosch-Ständen Koppitz und Ullrich sowie bei Lochner vom Wolfshöher-Ausschank werden die Umlieger mit dem nötigen Strom für Licht, Kühlung und sonstigen Bedarf versorgt. Das dadurch entstehende Leitungsgewirr wird wohl einige Kilometer entfernt noch zu hören sein.

15 Biersorten werden heuer offiziell am Walberla ausgeschenkt; angeführt von den Forchheimer Brauereien über Bier aus Pretzfeld, Leutenbach bis Neunkirchen, Lohndorf und Buttenheim, Breitenlesau und Kulmbach. Verschmitzt erklärt jedoch Heinrich Lochner, er habe das 16. Bier, ein original Brauhaus Forchheim Bier, zwar gebraut bei Wolfshöher, aber nach altem Brauhausrezept und vor allem mit Forchheimer Wasser.

50 Verkaufsstellen

Natürlich gibt es neben den Getränken auch Würste, Fisch und sonstige Brotzeiten sowie Stände mit Lebkuchenherzen oder feinem selbst gebackenen Kuchen und Küchla an insgesamt 50 Verkaufsstellen.
Torten können und dürfen am Festgelände aus lebensmittelrechtlichen Gründen nicht angeboten werden. Viele Besucher treibt nur das Wissen um eine gute Brotzeit und den ersten Schluck Bier den steilen Berg empor. Denn vor dem Genuss kommt die Anstrengung. Man muss schon zu Fuß zum Festgelände laufen.

Gebhardt sticht das Fass an

Da der 1. Mai heuer auf einen Donnerstag fällt, wurde der Festbetrieb kurzerhand verlängert. So kann man bereits seine Maiwanderung zum Walberla führen lassen, denn dort werden bis 19 Uhr Speisen und Getränke angeboten.

Der eigentliche Start jedoch ist der Freitag. Am 2. Mai ab 17 Uhr wird der Maibaum von den Kirchehrenbacher Heimatfreunden und den Kerwasbuschen aufgestellt. Anschließend folgt der Bieranstich, der das Privileg von Bürgermeisterin Anja Gebhardt (SPD) ist.
Dazu geben die "Ehrabocher Musikanten" ein Standkonzert. Das ist im Übrigen das einzige Mal, dass auf dem Walberlafest Musik spielt wird.

Danach präsentieren die "Ehrabocher Stäudla", die Kindertanzgruppe der Heimatfreunde, den Besuchern noch alte fränkische Tänze. Traditionell machen die einheimischen Besucher anschließend ihre Bierprobe. Mittlerweile werden sie darin immer häufiger auch von auswärtigen Besuchern unterstützt. Um 23 Uhr ist es dann aber Zeit, den Heimweg anzutreten. Dann stellen die Wirte den Ausschank ein. Am Samstag läuft der Festbetrieb in der Zeit zwischen 10 und 23 Uhr. Am Sonntag warten die Wirte bereits ab 9.30 und ebenfalls bis 23 Uhr auf Gäste. Allerdings werden erfahrungsgemäß am Sonntag die allermeisten Ausschankstellen am frühen Abend geschlossen und abgebaut.
Am Sonntag findet um 9.30 Uhr zudem ein Wortgottesdienst in der Walburgiskapelle statt.

Gemeinde appelliert an Besucher

Die Gemeinde Kirchehrenbach freut sich über jeden einzelnen Besucher, der zum Walberlafest kommt.
Sie bittet gleichwohl alle, den Berg, der immerhin ein Naturschutzgebiet ist, sauber zu halten und möglichst den Abfall wieder mit nach Hause zu nehmen oder aber in die aufgestellten Abfallsammler zu werfen. Des Weiteren bittet die Gemeinde die Besucher, auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben und nicht die Wiesen zu zertrampeln. Auch sollten die Besucher ausschließlich die Toiletten nutzen und keineswegs den Wald als Alternative nutzen.

Begrenzte Parkmöglichkeiten

Das Parken hat schon oft den Besuchern einiges Kopfzerbrechen bereitet. Beschränkte Parkmöglichkeiten gibt es am Bahnhof und am Landkreis-Parkplatz gegenüber dem Restaurant "Zum Walberla".

Das Zuparken der wenigen Zufahrtsstraßen kann teuer werden, weil in diesem Fall auch Rettungskräften die Arbeit erschwert wird. Am besten ist wohl, die Besucher lassen ihre Fahrzeuge in Forchheim oder Ebermannstadt stehen und steigen dort auf die öffentlichen Verkehrsmitteln um. Wer möchte und es sich zutraut, kann auch noch Kirchehrenbach wandern.

Da der Berg ab dem Landkreis-Parkplatz gesperrt ist, fährt ein Shuttle-Taxi interessierte Besucher vom Bahnhof bis zum früheren oberen Parkplatz und auch wieder zurück. Haltestellen sind der Bahnhof, Dorfplatz, Tankstelle, Landkreisparkplatz und der ehemalige obere Parkplatz unterhalb des Festgeländes. Von dort muss man zu Fuß auf den Berg. Das dauert in der Regel zwischen zehn und 20 Minuten.