Auf den sonst so obligatorischen offiziellen ersten Spatenstich wurde verzichtet. Stattdessen rollte im Gräfenberger Freibad bereits der Bagger an. "Seit Montag wird feste gebaut", sagt Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD).

Die Gräben für die Wasser- und Stromleitungen geben dafür Zeugnis. Ein Graben ist gedacht für das Starkstromkabel, das quer von der Toilette hinter der Rutsche entlang verlegt wird. Der große Bagger allerdings ist hinter dem Schwimmbecken beschäftigt, schlägt seine Schaufel in den Boden und befördert eine Schaufel Erde nach der anderen weg.

Dort soll das Betriebsgebäude für die neue Wasseraufbereitung entstehen. Eine neue Aufbereitung hatte das Landratsamt zur Voraussetzung gemacht, dass Gräfenberg sein Freibad wieder öffnen kann. Derzeit ist die Einrichtung aufgrund zu hoher Chlorwerte bis auf Weiteres gesperrt.


Erste Schwierigkeiten


Nun sind bei den Arbeiten aber die ersten Schwierigkeiten aufgetreten. "Bei jedem Bau gibt es Unvorhergesehenes. Der Baugrund ist relativ weich", erklärt Nekolla. Als er dies sagt, sind Andreas Hofmann, der Vorsitzende des Fördervereins, und dessen Vorgänger Michael Sobotka im Freibad vor Ort und machen sich ein Bild von dem zu weichen Baugrund. Hinter den Schwimmerbecken gab es eine 15 Meter lange und fünf Meter breite Erdschicht. "Es ist gut, dass das Wasser abgelassen wurde", meint Michael Sobotka, denn von einem gefüllten Schwimmbecken aus würde durch den abgetragenen Boden ein derartiger Gegendruck entstehen, dass es zu Rissen im Becken gekommen wäre. "Das Wasser drinnen zu lassen, würde wenig Sinn geben. Wenn Wasser im Becken ist, muss es immer mit Chemie behandelt werden", sagt Nekolla.

Für das Freibadfest war das Wasser noch im Becken, um das Bad ein wenig attraktiver erscheinen zu lassen. Der
Boden des künftigen Betriebsgebäudes ist von der Kalkach her völlig durchweicht. Eine Baggerschaufel breit ging die ortsansässige Firma Grieß, in die Tiefe, um zu sehen, wann endlich fester Boden kommt: "In fünf Meter Tiefe", schätzt Michael Sobotka. Auf 15 Meter Länge, fünf Meter Tiefe und ebenfalls fünf Metern Breite wird nun ausgebaggert und der so entstandene Raum anschließend mit 300 Kubikmeter Beton aufgefüllt.


Finanzielle Unterstützung

Auch der Gräfenberger Stadtrat muss sich nun ein Bild von den Arbeiten machen. Denn die Unvorhersehbarkeit bedeutet auch Mehrkosten. "Das könnten 30 000 Euro sein", schätzt Sobotka. Das Geld, das die Stadt im Haushalt bereit gestellt hat, geht für die auf 88 000 Euro bezifferte Maßnahme weg.

"Wir haben immer angeboten, die Maßnahme finanziell zu unterstützen", erklärt Andreas Hofmann. Schon bei der Demo beteuerten die Fördervereinsmitglieder, alles Geld in die Schale zu werfen. Parallel zu den Bauarbeiten hat die Wassertechnikfirma begonnen, die Filteranlagen zu fertigen. Die Teillieferungen werden parallel dazu eingebaut. Den Zeitpunkt der Fertigstellung kann und will das Stadtoberhaupt aber nicht nennen. Nekolla ist aber zuversichtlich, die Wasserqualität dann so weit verbessert zu haben, dass es keine Probleme mit dem Landratsamt mehr gibt.