"Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben", zitierte Martin Rumpf vom Landwirtschaftlichen Lehramt Triesdorf Albert Einstein. Viele, die an diesem Tag in die Räume der Hiltpoltsteiner Kirschenversuchsanlage gekommen sind, kennen das Zitat.

Und doch ist es immer wieder erschreckend, sich die Folgen vorzustellen, wenn es keine Bienen mehr gibt. Denn das Bienensterben geht weiter. Erfeulich dagegen ist, dass sich wieder mehr Menschen dazu entscheiden, Imker zu werden. Dies ließ sich auch an dem gut besuchten Anfängerkurs "Theorie für angehende Imker" ablesen.
"Wir möchten uns ein eigenes Bienenvolk zulegen, denn wir haben Obstbäume", sagt beispielsweise Daniela Damrau aus Wiesenthau. Wer den Schritt zum Jungimker geht, hat sich aber vorher schon über Bienen informiert, weiß Damrau aus eigener Erfahrung. Ihr Lebensgefährte Bernd Held findet das kleine fleißige Insekt ohnehin hochinteressant. "Es ist schön, dass hier auf Fragen detailliert eingegangen wird", sagt Damrau, die bei der ganzen Theorie schon im ersten Block gelernt hat, dass man das Bienenvolk wegbringt, wenn die Königin gestorben ist.

An dem alten Platz stellt man eine Kiste mit einer neuen Königin auf, denn die Arbeiterinnen fliegen an den alten Platz zurück und akzeptieren so die neue Königin. Das Wissen ist ihr wichtig. Zur Bestäubung soll ihr Bienenvolk dienen. "Die Biene ist immerhin der drittstärkste Wirtschaftsfaktor in der Landwirtschaft. Wegen der Bestäubung aber, nicht wegen des Honigs", sagt Wolf-Dietrich Schröber, Vorsitzender des Kreisverbandes Imker Forchheim.


Sechs Beine und vier Flügel

Der Lehrgang für angehende Imker in Hiltpoltstein ist nur eines von vielen Angeboten, die der Kreisverband von Januar bis Oktober bietet, um Bieneninteressierten wirklich alles von der Grundausstattung eines Imkers bis zu den Verwendungsmöglichkeiten des selbst gewonnenen Honigs zu vermitteln.

Die Vorstellung, sich einfach einen Bienenstock in die Landschaft zu stellen und in einen weißen Schutzanzug gekleidet dann einmal täglich den Honig zu holen, ist aber naiv. Über 250 Powerpointfolien hat der Referent Martin Rumpf dabei. Wie eine Biene aussieht, wissen die meisten. Sie hat sechs Beine, vier Flügel und ist braun-gelb gestreift. Dass sie einen Honigmagen hat, wo sie ihre Wachsdrüsen hat oder bis zu welcher Zeit sie eine Baubiene, eine Pflegebiene ode die Babysitterin für den Nachwuchs ist - das ist dagegen nur wenigen Menschen bekannt.

Auch Imker, die bereits Völker haben wie Lothar Donner aus Pretzfeld, nutzen den Kurs zur Auffrischung des Wissens. Nach der Anatomie der Biene geht Martin Rumpf zur Biologie über und erklärt den Ablauf eines Bienenjahres. Das ist im Prinzip jetzt zu Ende. Der Beginn des Bienenjahres geht mit der Kirschenblüte einher.


Wenn die Königin legt

Dann sind zwischen 5000 und 10 000 Bienen in einer Beute, regen sich und wollen Nachwuchs. Nachwuchs bedeutet Energie. Die Königin legt und für den Imker beginnen hier die Aufgaben der Pflege und Nahrungsgabe. Da geht die Theorie schon ins tiefere Regionen.

Vorher wurden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Ausrüstungen besprochen. "Ich bin eher an der Bienenkiste interessiert", sagt Bernd Held, der zur einfacheren Alternative der üblichen Beutensysteme tendiert. Vieles wird im Fachhandel fertig angeboten, auch die Zuckerlösung für die harten Wintermonate. Wie füttert man die Biene im Winter? Wo stelle ich die Beute im Garten am besten auf? All diese Fragen werden im Kurs beantwortet oder gleich so durchgesprochen, dass sie gar nicht aufkommen.


Verschlossen und verklebt

Ohne Werkzeug geht auch für den Imker nichts. Mit dem Stockmeißel klopft sich der Imker leise und behutsam den Weg frei, denn die Biene hat alles fest zugeklebt und verschlossen.
Mit diesen Informationen im Hintergrund fällt es leichter ein eigenes Bienenvolk zu halten und zu schützen. Der Kreisvorsitzende Schröber hat noch ein anderes Angebot für angehende Imker: Mit dem Verein zum Imker auf Probe werden und einen Paten zur Seite gestellt bekommen, um damit dann mit dem ersten Bienenvolk bis zur nächsten Kirschblüte arbeiten zu können.