Zumindest nach außen hin war an diesem Abend von den noch nicht lange zurückliegenden Ereignissen um die frühere Ortsverbandsvorsitzende Antje Müller nichts zu spüren. Müller war aus Enttäuschung über ihre Nichtberücksichtigung als Bürgermeisterkandidatin zurückgetreten. Vielmehr präsentierten sich die 34 anwesenden wahlberechtigten CSU-Mitglieder um dem 2. Vorsitzenden Harald Dittrich in einer geradezu harmonisch zu nennenden Atmosphäre. Dem für diesen Abend zum Wahlleiter berufenen Bürgermeister Franz Josef Kraus machte dies leicht, die Wahlgänge zu leiten.

Allerdings musste der erste Wahlgang wegen eines Stimmzettels zuviel für ungültig erklärt werden. Die Liste der Stadtratsbewerber mit dem an Nummer eins gesetzten Bürgermeisterkandidaten Rainer Schmeußer passierte dann auf Anhieb mit 29:4 Stimmen die Versammlung.

Ihren Listenplatz sicher haben jetzt 20 Personen (siehe Infokasten), die sich damit voll und ganz dem Wahlkampf zuwenden. Zu Reserve-Kandidaten wurden Marita Grett, Peter Striegel, Udo Grett, Horst Pommerening und Walter Sieburg gewählt.

Josef Kraus kandidiert nach 24 Jahren im Amt nicht mehr als Bürgermeister. Mit Spannung warteten die CSU-Mitglieder auf die Rede ihres Bürgermeisterkandidaten Rainer Schmeußer, der sein Wahlprogramm unter das Motto "Ebermannstadt - Erhalten, Bewegen, Stärken" stellen will. Dabei geht es ihm unter anderem darum, die medizinische Versorgung, das lebhafte Vereinswesen und attraktive Kulturangebot für die Bürger zu erhalten, den Umweltschutz fortzuführen und das Stadtbild auch in Zukunft sinnvoll zu gestalten und zu pflegen.

Schmeußer möchte eine lebendige Stadt für alle Generationen

Er möchte aber auch die Geschäftsangebote in einer lebendigen Stadt weiterentwickeln. Ebermannstadt soll generationenfreundlich sein. Die Kindertagesstätten will Schmeußer erhalten und sinnvoll ergänzen. Wichtig sind ihm auch eine bedarfsgerechte und umweltverträgliche Baulandentwicklung, die neuen Wohnraum schafft und die Wohngebiete sinnvoll verdichtet. Aber auch der Altstadtsanierung und dem Abschluss der Dorferneuerungsmaßnahmen in den Ortsteilen will sich der 1971 geborene Polizeioberrat im Falle seiner Wahl widmen.

Darüber hinaus sagte er, er wolle auch die für Ebermannstadt und das Wiesenttal so wichtige Verkehrsinfrastruktur nicht vergessen, sich aber gleichzeitig auch um eine sinnvolle Vernetzung des Tourismusangebotes bemühen. Wenn man dazu noch die Haushaltskonsolidierung, für sich alleine schon eine riesige Aufgabe, den weiteren digitalen Netzausbau, den Erhalt der "Bildungsstadt" Ebermannstadt, die Ansiedlung von Gewerbebetrieben berücksichtigt, dann wird klar, wie viele Aufgaben und Herausforderungen auf Rainer Schmeußer im Falle eines Wahlsieges warten. "Das alles möchte ich aber gerne anpacken", versicherte er.