Die Beförderung der Schüler des Förderzentrums Pestalozzischule sollen europaweit neu ausgeschrieben werden. Hintergrund ist eine Vereinheitlichung der Unterrichtszeiten, so dass nachmittags weniger Fahrten notwendig werden.
Waren bisher neun Fahrzeuge unterschiedlicher Unternehmen eingesetzt, die täglich zwölf Fahrten absolvierten, soll sich der Fahrzeugeinsatz um ein Fahrzeug leicht verringern. An den zusätzlichen drei Bussen, die aber nur am Donnerstag eingesetzt werden müssen, ändere sich nichts, erklärte Klaus Huml, beim Landkreis Forchheim zuständig für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
Er erläuterte auch die Bedingungen, die an die Neuausschreibung geknüpft sind. Es gehe um rund 60 000 Kilometer pro Jahr, für die der Landkreis derzeit rund 81 000 Euro bezahlt. An diesem finanziellen soll sich auch künftig nichts ändern. Weil weiter entlegene Orte nur noch einmal an gefahren werden müssten, ergebe sich eine Einsparung bei den Kilometern. Das bedeute weniger Einsatzstunden und leicht geringere Kosten.


Öko-Hysterie

Um günstige Angebote zu bekommen, regte Huml an, dass es genüge, wenn die Fahrzeuge die seit 2011 geltende EU-5 Abgasnorm erfüllen und nicht die seit September 2015 geltende EU-6 Abgasnorm. Damit die Unternehmen umweltfreundliche Fahrzeuge einsetzen, soll ein Bonus von 1000 Euro gewährt werden. Die Verträge sollen für vier Jahre geschlossen werden, plus einer Option auf eine zweijährige Verlängerung.
Auf Nachfrage von Karl-Heinz Fleckenstein (CSU) versicherte Huml, dass nur zertifizierte Unternehmen in Betracht kämen und die Busfahrer besonders geschult seien. Auch eine Flexibilisierung bei den Abfahrtszeiten sei gegeben.
Lisa Badum (Grüne) argumentierte, dass der Landkreis beim ÖPNV eine Vorreiterrolle einnehmen müsse. Es gehe nicht an, dass die Fuhrunternehmen mit "alten Dreckschleudern" durch die Gegend kutschierten. Da platzte Sebastian Körber (FDP) der Kragen. "Ich kann die Pseudo-Ökohysterie nicht mehr hören." Es sei kompletter Unsinn, Autos die einer geltenden EU-Abgasnorm entsprechen, aus dem Verkehr zu ziehen. Für den Bau neuer Fahrzeuge müsse gigantisch viel Primärenergie aufgewendet werden. So sei die Forderung ökonomischer und ökologischer Schwachsinn. "Anders kann man das nicht bezeichnen", so Körber. Reinhold Otzelberger (SPD) und Hermann Greif unterstrichen, dass es sich um moderne, komfortable Fahrzeuge handelt, die ausgeschrieben würden.
Richard Gügel (FW) betonte: "Ich gehe davon aus, dass die Kinder nicht mit Schubkarren und Dreckschleudern gefahren werden." Gegen die Stimme von Lisa Badum wurden die Ausschreibungskriterien schließlich gebilligt.