Bierspezialitäten aus regionalen Brauereien liegen voll im Trend. Dies war die Hauptbotschaft der Delegiertenversammlung des Verbandes der Privaten Brauereien in Deutschland, die bei der Brauerei Rittmayer in Hallerndorf stattfand.
Der Brauwirtschaftsverband vertritt als bundesweite Organisation die Interessen der kleinen und mittelständischen Brauereien, die unverändert unabhängig sind und nicht zu einem der bekannten großen Braukonzerne gehören. Zwei Mal im Jahr trifft sich das oberste Organ dieses Verbandes, die Delegiertenversammlung, im Regelfall bei einer Mitgliedsbrauerei, um aktuelle Branchen- und Verbandsthemen zu beraten und Beschlüsse zu fassen.


Goldmedaillen-Gewinner

Die Wahl des Veranstaltungsortes fiel dieses Mal auf die Brauerei Rittmayer, einem der Goldmedaillen-Gewinner des vom Verband durchgeführten internationalen Wettbewerb "European Beer Star Award". Das Spezialrauchbier "Smoky George" von Brauereichef Georg Rittmayer wurde zum besten Rauchbier-Bock gekürt. Der Hausherr begrüßte die Delegierten aus ganz Deutschland vor der Versammlung herzlich und lud zu einer Besichtigung in seine Brauerei ein.


Entwicklungen

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine ausführliche Präsentation von Günter Birnbaum, Experte für den Biermarkt bei der GfK SE Nürnberg, der die Delegiertenversammlung über Entwicklungen und Trends des deutschen Biermarktes im Jahr 2015 aus Sicht der Marktforschung unterrichtete und hervorhob, dass Bierspezialitäten regionaler Brauereien voll im Trend liegen. "Der Verbraucher erwarte ein authentisches, charaktervolles Produkt, wie es gerade kleine und mittlere Regionalbrauereien glaubhaft anbieten", so Günter Birnbaum.
Der Präsident des Verbandes Private Brauereien Deutschland, Detlef Projahn, Geschäftsführender Gesellschafter der Vereinsbrauerei Apolda GmbH in Thüringen, hob hervor, die mittelständische Brauwirtschaft setze bewußt darauf, sich von den großen Fernsehbiermarken mit ihren Einheitsbieren durch charaktervolle Bierspezialitäten abzugrenzen. "Dies tun unsere Mitgliedsbrauereien mit großem Erfolg und greifen damit auch das Bedürfnis des Verbrauchers auf, Biere mit einer breiten geschmacklichen Vielfalt anzubieten, die eben nicht austauschbar, sondern einzigartig sind und ein herausragendes Geschmacks- und Genusserlebnis bieten", so Detlef Projahn.


Gegen Fracking

Nachdrücklich sprach sich die Delegiertenversammlung des Verbandes Private Brauereien Deutschland e.V. noch einmal für ein Verbot von Fracking in Deutschland aus. Das Gewinnen von Erdgas oder Erdöl mittels Frackingmaßnahmen und dem damit verbundenen Einsatz chemischer Substanzen berge die potenzielle Gefahr einer Verunreinigung des Trinkwassers, auf das die mittelständische Brauwirtschaft die für Bierherstellung elementar angewiesen sei. "Fracking in Deutschland bringt keinen nennenswerten wirtschaftlichen Nutzen, sondern birgt nur ökologische Gefahren", betonte Verbandspräsident Detlef Projahn.


500 Jahre Reinheitsgebot

Zudem befasste sich die Delegiertenversammlung des Verbandes Private Brauereien Deutschland mit den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum 500. Jubiläum des Reinheitsgebotes für Bier, das im kommenden Jahr 2016 begangen wird.
So werden anlässlich dieses Jubiläums neben einer Vielzahl von Einzelveranstaltungen der deutschen Brauereien auch drei Veranstaltungen der Privaten Brauereien anlässlich der 500-Jahr-Feier zum Reinheitsgebot für Bier stattfinden. : Vom 22. bis 24. Juli 2016 laden die Privaten Brauereien Bayern zu einem großen Bierfest mit rund 120 Brauereien und ihren Bierspezialitäten im Herzen Münchens ein.