Ein in Thuisbrunn geborener und gemeldeter 24-jähriger Student hat mit seinem an Bürgermeister Werner Wolf (FW) gerichteten Schreiben ein schon oft im Stadtrat Gräfenberg diskutiertes Thema aufleben lassen: die alte, nach dem Baujahr der Anwesen erfolgte Nummerierung der Häuser in Thuisbrunn endlich einmal durch die zeitgemäße Einführung von Straßennamen zu beschließen.

"Straßennamen sind in der heutigen Zeit nicht nur weit verbreitet, sondern ihr Fehlen macht auf Menschen, die eine solche Adresse lesen, den Eindruck von Zurückgebliebenheit, Reformresistenz und schlichter Unattraktivität meines Herkunftsortes. Nicht einmal mein Navigationsgerät findet mein Haus." So schrieb der Student.

Dabei würden doch Straßennamen, einer Mitteilung des Bayerischen Innenministeriums gemäß, insbesondere bei Notfällen einen effektiven Einsatz der Rettungsdienste und der Polizei gewährleisten, wie der Thuisbrunner Student weiter aus dem Schreiben zitierte. Sie erleichterten amtliche Zustellungen, aber auch den privaten Besuchsverkehr. Demnach würden Straßennamen, Straßennamenschilder und Hausnummern auch wesentlich zur Orientierung in der Gemeinde beitragen.


Auch Walkersbrunn betroffen

Dabei ist sich das Stadtoberhaupt durchaus dieser Problematik bewusst: Man erhalte von Zeit zu Zeit Briefe von Paketdiensten und Adressaten, wie Wolf zugab, vor allem seien davon die großen Ortsteile Thuisbrunn, Walkersbrunn, Lilling und Sollenberg betroffen. Hier gelte es aber, einen Spagat zwischen Tradition und Zweckmäßigkeit zu finden.

Die FW-Stadträte Hans Weber und Sylvia Hofmann erachteten Thuisbrunn noch nicht als so groß, dass man hier schon Straßennamen benötige. Auch der Wegfall der Ortsteilnamen zugunsten der Straßennamen - wie in Eckental geschehen - wäre nicht hinnehmbar.

Um niemandem weh zu tun, verständigte sich das Gremium letztlich darauf, es erst einmal mit einer kleinen Lösung zu versuchen. Dies bedeutet: Es werden zusätzlich zu den bereits aufgestellten Infotafeln Ortspläne ins Gräfenberger Internet gestellt und auch in Papierform bereitgestellt. Aber auch die Dorfbewohner sollen mit ins Boot genommen werden: Sie sollen angehalten werden, ihre Hausnummern deutlich sichtbar zu gestalten, vielleicht sogar an den Gartentüren.


Kosten für Krippenkinder steigen

Eine zukunftsweisende Rolle kam der einstimmig gefassten Entscheidung des Stadtrates Gräfenberg zu, die Beiträge für die derzeit sechs Thuisbrunner Krippenkinder ab 1. Januar (von 97) auf 120 Euro (drei bis vier Stunden) gestaffelt bis zu 160 Euro (sieben bis acht Stunden) festzusetzen. Als Grund für die diesen doch recht deutlichen Anstieg nannte Wolf den Umstand, dass die bisherigen Gebühren um bis zu 35 Prozent unter Einrichtungen anderer Gemeinden lägen. Er sehe die Anhebung angesichts des Betreuungsstandards als durchaus angemessen an. Auch der Elternbeirat stehe zu der Entscheidung.

Gegen die Stimmen von CSU und GBL-Rat Heiko Kracker fasste das Gremium danach gleich noch einen Grundsatzbeschluss: Der sieht einen Krippenanbau an den Kindergarten in Thuisbrunn mit Mitteln aus dem Ende 2013 auslaufenden Förderprogramm vor. Dabei müsste die Stadt 27 Prozent der Baukosten von veranschlagten 428 000 Euro selbst schultern. Der Bau müsste noch im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Daran machte auch der GBL-Stadtrat seine Ablehnung fest, der nicht an eine Einhaltung des Kosten- und Zeitrahmens glauben wollte. Wie der Stadtkämmerer Ernst Steinlein bemerkte, habe man ein Architekturbüro für den Anbau im Visier, das bereits beim Krippenneubau in Hiltpoltstein den Kostenrahmen eingehalten habe.